Schönenberger Emma 1892-1976

Aus Ottenbach
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Fräulein Schönenberger, beliebt und respektiert

1961 durch die Gemeindeversammlung Ottenbach zur Ehrenbürgerin ernannt

Fräulein Emma Schönenberger, an der Einweihung der neuen Reussbrücke Ottenbach, 1955, zusammen mit Pfarrer Oehninger

"Fräulein" Emma Schönenberger, Primarlehrerin, hat in ihrer langen Tätigkeit in Ottenbach, mehrere Generationen von ABC-Schützen unterrichtet. Von 1914 bis 1949 im "Alten Schulhaus" heute "Ref. Chilehus", Parterre, Jonenstrasse 6. Am 8.Mai 1949 wurde beim Schulhaus Oberdorf die neue Turnhalle und ein neues Schulzimmer eingeweiht. Hier unterrichtete das Fräulein bis 1953. In diesem Jahr wurde in der Primarschule eine 4. Lehrstelle eingerichtet. Der als Verweser vom Kanton abgeordnete Junglehrer, Hans Ulrich Peer durfte das „neue“ Schulzimmer beziehen und Emma Schönenberger zog wieder in das „Alte Schulhaus“ an der Jonenstrasse und unterrichtete dort bis zu ihrer Pensionierung 1958.

Das "Fräulein" war eine begabte, geduldige Lehrerin. Zu früheren Zeiten, als es noch nicht für jeden Typ von Schülern eine Spezialklasse gab, sassen die weniger begabten, mehrmalige Repetenten hinten in der Klasse, so dass es recht grossgewachsene 1. und 2. Klässler gab!

Fräulein Schönenberger wohnte bis etwa 1945 im westlichen teil des zweigeteilten Bauernhaus mit Scheune von Jakob Sidler, Zuname "Sare",an der Jonenstrasse 27. (Jetzt ein neues Mehrfamilienhaus) Anschließend zusammen mit der ebenfalls ledigen Hermine Sidler, im hintersten Haus Richtung Jonen, im Rigelhüsli,Jonenstrasse 29, auch "Xanderhaus" genannt. "Xander's", kommt von Alexander. Dies war der Zuname einer Familie Gut in Ottenbach.

" Als sie 1958 zum letzten Examen antrat, konnte sie ihr Amt mit der Gewissheit ablegen vielen Hunderten von Schülern manch Wertvolles und Schönes mit auf den Weg gegeben zu haben. Die Gemeinde lohnte die Treue der gealterten Dienerin mit der Ernennung zu Ehrenbürgerin durch die Gemeindeversammlung, im Jahre 1961 als Dank für 43 Jahren geleisteten Schuldienst an unserer Schule." (Kurt Leutert, "Zur Abdankung von Fräulein Emma Schönenberger", siehe Beitrag weiter unten)



Ein Leben in Bildern


161 Glückwunschkarten zum 25. Dienstjubiläum im Jahre 1939!

Im Oktober 2017 schenkte die Grossnichte von Emma Schönenberger, Silvia Wunderli aus Herrliberg, der Gemeinde Ottenbach eine Schachtel mit Glückwunschkarten der Schüler von Emma Schönenberger, zum 25. Dienstjubiläum im Jahre 1939.

Die 161 Glückwunschkarten im Format A6 in der Schachtel, entpuppten sich als 25 Jahre wertvolle, illustrierte Lokalgeschichte. Die herzlichen und dankbaren Gratulationstexte und Zeichnungen, lassen auf eine sehr freundliche, aber respektvolle Schüler-Lehrer Beziehung schliessen. Auf 46 Karten sind Fotos von ehemaligen Schülern eingefügt. Wer diese Kartenaktion organisiert hat, ist nicht bekannt, möglicherweise die damalige Schulpflege.

Die Gemeindepräsidentin, Gaby Noser Fanger, hat vorgeschlagen, dass ich die Karten zu Bearbeitung übernehmen soll. Die Karten werden nun eingescannt und katalogisiert. Ein weiterer Schritt ist die Kontaktaufnahme mit möglichst vielen Schülern von Emma Schönenberger, um deren Eindrücke und Schulerlebnisse zu erfahren. Diese werden in der Rubrik „Erinnerungen, Anekdoten, Dokumente“ festgehalten.


Mit einem Klick aufs Bild erscheinen zusätzliche Informationen, falls (schon) vorhanden


B Von Bär bis Blaser


E Von Eggler bis Eichhorn

F von Fischer bis Furrer

G Von Girschweiler bis Schibli

H Von Häberling bis Hürlimann

J Von Plankensteiner bis..

K Von Käch bis Kohler

L Von Lägeler bis Leutert

M Von Meier bis Müller


N Von Nyfeler bis ...

O von Oeschger bis ....

P Von Pfändler bis Plankensteiner

R Von Rey bis Ruppli

S Von Schneebeli bis Suter


W von Waser bis Wiederkehr

Z von Zschokke bis....

Ohne Zuordnung


Das 40.Examen für Primarlehrerin Emma Schönenberger am 3. April 1954

Nach dem 40. Examen unseres Fräuleins im Schulhaus , versammelten sich die Schulpflege, Visitator, Lehrerschaft und Gäste mit der Jubilarin, im Restaurant Funk in Ottenbach, um den Anlass gebührend zu feiern. Wie dem Eingesandt im Anzeiger aus dem Bezirke Affoltern zu entnehmen ist, beteiligte sich an der Kindergratulationsfeier vor dem Rest.Funk auch die Dorfbevölkerung, war doch sicher ein grossteil der Anwesenden zum Fräulein in die Schule gegangen.

Ottenbach

Das diesjährige Examen der Primarschule führte letzten Samstag, den 3. April 1954, Schulpflege, Visitator, Lehrerschaft und Gäste zu einem seltenen freudigen Ereignis zusammen, dem vierzigjährigen Amtsjubiläum der Lehrerin Fräulein Emma Schönenberger an der hiesigen Primarschule.

Nach den kürzlich in Tagesblättern und Fachschriften angestellten Untersuchungen über die Ursachen der Landflucht der Lehrer, mag die Tatsache der 40jährigen Wirksamkeit einer anerkannt tüchtigen Lehrkraft in eine Randgemeinde des Amtes viele Leser auf positive Tatsachen des Verwachsenseins, des Dienens im Steinbruch des Geistes in enggezogenen Rahmen einer kleinen Randgemeinde aufmerksam machen.

Mit sichtlicher innerer Bewegung durfte der Präsident der Primarschulpflege, Herr Ernst Bär, der Jubilarin zu ihrem 40. Examen an unserer Schule gratulieren. Mit Worten können nicht alle die Dienste, die die Jubilarin der Gemeinde leistete, hervorgehoben werden. Es sei nur die Arbeit als Gemeindebibliothekarin und die Pflegekinderkontrolle hier genannt. Dass auch eine kleine Gemeinde treues Dienen und Schaffen zu ehren weiss, zeigte der Jubilarin eine klingende Gabe, vom Schulpräsidenten überreicht. Den Worten des Schulpräsidenten schloss sich der Überbringer der Grüsse und des Dankes der Bezirksschulpflege, Herr Jakob Huber, Visitator, an, sowie zwei ihrer ersten Schüler, Herr Albert Berli-Spielmann, früherem Gemeindepräsidenten, und Herr Ernst Schneebeli-Stettler, jetzigem Gemeindepräsidenten, an.

Froher Kindergesang vor dem Gasthaus führte die Feiernden plötzlich unter die heutige Jugend, die auch ihren Beitrag zur Feier leisten wollte. Mit Lied und Vers sangen sie sich in die Herzen der Feiernden. Die Worte der Gefeierten, die uns zeigten, woher nach strengen Schularbeitstagen neue Kraft Mut gibt zu frischem Beginnen, geben uns Hoffnung, dass es ihr noch eine schöne Anzahl Jahre vergönnt sei, guten Samen in Kinderherzen zu streuen. Jener Schüler, der ihr irrtümlich zum 40. Geburtstag gratulierte, mag diese Hoffnung auch hegen. Unter den vielen schönen Eindrücken dieses Nachmittags bleibt mir der besonders eindrücklich, wie beim Erklingen des ersten Schülerliedes die Dorfgenossen in Garten, Feld Werkstatt die Arbeit einstellten und im Arbeitsgewande unsere Dankfestgemeinde über Strassen, Hofplatz, Bungert vergrösserten, soweit die Klänge hinaus trugen.

Wir pflügen und wir streuen

Den Samen auf das Land

Doch Wachstum und Gedeihen

Das steht in Gottes Hand.

(Eingesandt von F.)



Erinnerungen, Anekdoten, Dokumente

Hier werden die verschiedenen Facetten der Erinnerungen an Fräulein Emma Schönenberger veröffentlicht. Sie sollen das Bild der beliebten Lehrerin erweitern und abrunden.


H.U.Peer, Affoltern. Lehrer in Ottenbach von 1953 bis 1957

Hans Ulrich Peer, Lehrerkollege von Fräulein Emma Schönenberger

Erinnerungen an Fräulein Emma Schönenberger

Die schulischen Kontakte zu unserer Hausbesitzerin waren eher knapp die räumliche Distanz zum oberen Schulhaus zu gross, das Alter der Schüler ebenfalls. In Erinnerung die erste Schulpflegesitzung, eine Neuheit für den Anfänger. Fünf bestandene Männer aus dem Dorfe, der Anfängerlehrer und an der Mitte des Sitzungstisches das Fräulein. Irgendetwas in der Diskussion störend. Während des Abends klärte sich das aber: Die gestandenen Mannen Benutzten die Anrede "Sie, Fräulein" während sie alle duzte. Auf dem Heimweg klärte sich das: Es waren alles ehemalige Schüler!

Der Heimweg von der Pflegesitzung hatte es noch einmal in sich. Im Vorgarten von Brauns zählten wir die Gartenzwerge. Wer die Idee hatte, weiss ich nicht mehr, sicher aber half Fräulein sofort tatkräftig, die ganze Schar zum Schreiner Schneebeli zu zügeln, deren Kinder wir gemeinsam betreuten. In beiden Klassen wurde der Umzug gemeldet und uns um Mittag klar gemacht, dass es keine Zweifel gebe, wer da tätig geworden.

Emma Schönenberger litt häufig unter Migräneanfällen. An einem Examenmorgen wurde ich ihr Stellvertreter. Sie hatte alles am Vortage vorbereitet. Nach der Zehnuhrpause wechselte ich, mein Examen abgeschlossen, ins untere Schulhaus, wo die Schüler mich anwiesen, wann die Tafel zu drehen sei- alles war bis in Detail vorbereitet. Wie es Migräneanfälle in sich haben: zum Examenessen war Fräulein Schönenberger wieder auf den Beinen.

Für ihr Jubiläum der vierzig Jahre Schule Ottenbach hat ihr die Pflege pro Jahr ein Goldvreneli als Dienstaltersgeschenk offeriert. Nach dem Fest im Funk sind wir gemeinsam heimwärts, sie mit dem schwarzen Etui der Vreneli, dieses unter den Arm geklemmt. Auf die Möglichkeit eines Verlustes aufmerksam gemacht lachte sie mich aus : Sie habe in den vierzig Jahren auch Fehler gemacht und sich mit den Opfern verständigt und dies mit einem Vreneli besiegelt. Das Etui sei leer.

Etwas ist den Ottenbachern nicht aufgefallen, mir als Lehrer mit eigenem Sprachfehler schon: Emma Schönenberger lispelte. Unterstufenschüler lernten Lesen, Schreiben und Lispeln.

Der Gartenzwergevorfall zeigt Fräuleins Humor. Für die Brückeneinweihung stellte das Haus im Xander einen Zigeunerwagen. Meine Frau eine schwarzgelockte Zigeunerin, ich mit Zweiwochenbart und im grossen Handwagen unter der Plane Emma Schönenberger als Wahrsagerin, die den Leuten am Strassenrand aus der Hand las, nachdem sie durch einen Schlitz in der Plane sich kundig gemacht. Trefferquote mit 40 Jahren Erfahrung !

In den zwei Jahren Wohngemeinschaft baute sie im Tessin ein Rustico um. Ihre Schwester hatte ein Hotel In Intragna, im Maiensäss Costa, erreichbar mit dem Sessellift. Ihre Freude am Bauen, am Tessin wirkte ansteckend auf uns, wir haben ein Ferienhaus in der Leventina. Emma Schönenberger nutze ihr Rustico als Alterssitz in der Nähe ihrer Schwester und weiterer Verwandten mit Häusern in Costa.

Nach unserem Wegzug nach Affoltern und dem Rückzug Fräuleins in den Tessin brachen die Kontakte ab. Wir besuchten sie einmal mit unserem Ältesten Martin Alexander (!) per Velo mit Kindersitzli. Er stand vor ihr, der grossen kraftvollen Frau mit dem fliegenden Kraushaar (mein Asparagus) und blickte zu ihr auf: "Du bist wie ein Baum" Treffender kann man es nicht sagen.


Zum Schreiber

Hans Ulrich Peer, Lehrer, geboren 1932, Lehrerpatent 1953 Vom Kanton als Verweser abgeordnet an die neugeschaffene 4. Lehrstelle an der Primarschule Ottenbach auf Schuljahrbeginn Frühjahr 1953 Unterstufenlehrer für die Knaben der 2. Klasse und der Drittklässler, Klassenzimmer im Zwischenbau Schulhaus/Turnhalle, Gleiche Zusammensetzung 1954/55.

Wechsel an die Oberstufe im alten Schulhaus (Schulhaus Oberdorf) auf Schuljahr 1955/56 22 Schülerinnen und Schüler 5. Klasse (die 3. Klässler von 1953) und 22 Schüler 7. und 8. Klasse.

Schuljahr 1956/57 6. /7. 8. Klasse mit immer noch 44 Schülern. Heirat mit Doris Zimmermann Sommer 1955 Kirche Ottenbach Wegzug nach Affoltern am Albis Sommer 1957, weil im Ottenbach keine Wohnung zu finden war, die Fabrikvilla war zu teuer, der angebotene Hausteil im Unterdorf mit WC über den Hof im Stallteil und einem 5-Jahresvertrag für einen Elektroherd nicht zumutbar. Zwei Jahre Untermieter bei Emma Schönenberger und Hermine Sidler im hintersten Haus Richtung Jonen, *"Im Xander" oder *"Zum letzten Batzen", eine generationenübergreifende WG.

*"Im Xander" heisst das Haus nach einem Besitzer im 17.Jahrhundert namens Alexander. Heinrich Gut betrieb 1843-1846 in diesem Haus eine Wirtschaft mit dem Namen "Zum letzten Batzen".


Peter Eichhorn *1943 Ottenbach

Die Erinnerungen an die ersten 2. Klassen Primarschule bei Fräulein Schönenberger sind etwas verblasst. Sicher weiss ich noch, dass ich gerne in die Schule ging. Als „Unterdörfler“ war das Schulhaus im Oberdorf für mich Neuland und darum sowieso interessant. Wie die beigefügten Seiten aus dem Schreib- und Rechenheft zeigen, war ich anscheinend recht ordentlich in diesen Fächern. Auch das Zeugnis macht einen guten Eindruck. Leider hatten die Noten in den folgenden Jahren, eher einen negativen Trend!

Albert Sidler *1939 (Zuname "U-echi-Bertel)

Ein einmaliges Fotodokument: Fräulein Schönenberger mit ihren Schülern bein Baden und Turnen in der Reuss! Um 1925/26

Bei schönem Sommerwetter kündigte das Fräulein an: "Morgen nachmittag gehen wir in die Reuss baden! Badehose mitnehmen! Freude herrschte. Anderntags zog die die ganze Klasse geordnet auf der Muristrasse an die Reuss. Trottoir hatte es noch keine, Verkehr auch nicht viel. Bald konnte das Badevergnügen beginnen. Für die Nichtschwimmer hatte das Fräulein ihre eigene Methode: Ein langer Stecken mit einem Seil am Ende, mit diesem wurde der Nichtschwimmer um die Brust fest gebunden und schwups zappelte das der Schwimmlehrling im Wasser, ob auch die Mädchen so hinheingeschuppst wurden, weiss ich nicht mehr.

Nachbemerkung: Heute würde keine Lehrkraft alleine mit mehr als 30 1.und 2.Klässern in Reuss baden gehen, bei gutem Wasserstand. Damals war das völlig normal!


Erna Kohler-Schneebeli

Erna erinnert sich gerne und gut ans „Fräulein“. Erna und ihre zwei jüngeren Geschwister Myrtha und Charlotte erlebten die ersten Schuljahre bei Emma Schönenberger. Auch neben der Schulzeit waren sie oft beim Fräulein. Lange Zeit wohnte sie im Hinterdorf an der Jonenstrasse 27. Um 1950 kaufte sie das letzte Haus Richtung Jonen, Jonenstrasse 29, „Im Xander“. Sie liess es Außen renovieren. Ein Mitarbeiter vom Heimatschutz bemerkte den schönen Riegel und konnte das Fräulein davon überzeugen, das Haus mit Sichtriegel zu renovieren. Auf der Westseite liess sie eine überdachte Veranda anbauen. Und hier kommt nun Ernas Vater, Jakob Schneebeli-Suter, Zuname „Lieni-Köbel“, (sprich Li-eni) zum Zug. An der heutigen Lienistrasse 15, betrieb er mit seiner Frau Gertrud einen kleinen Bauernbetrieb. Daneben war Köbel aber ein sehr begabter Handwerker und Schreiner und erstellte den geplanten Anbau beim Fräulein. Zur Riegel-Renovation konnten auch seine Kinder einen wichtigen Beitrag leisten. Die Löcher in den Balken mussten geschlossen werden. Schreinermeister Walter Schneebeli, der Bruder von Köbel, fertigte hunderte von kleinen Holzstäbchen an, die Schneebeli-Kinder mussten diese nun zuspitzen, damit sie gut in die Löcher eingeschlagen werden konnten. Das renovierte „Xanderhaus“ war nun ein wirkliches Schmuckstück am nördlichen Dorfeingang.

Vom 2.-4. Juni 1951 feierte der Kanton Zürich unter anderem mit einem grossen Festumzug den Beitritt zur Eidgenossenschaft 1351. Am dem Umzug in Zürich beteiligen sich über 8000 Personen, 300 Pferde und 100 Wagen aus allen 11 Regionen des Kantons. Rund 300'000 Besucher wohnten dem Festumzug bei. Auch die Ottenbacher beteiligten sich. Erna Kohler-Schneebeli bewahrt zwei schöne Erinnerungsfoto auf.

Fräulein Schönenberger schrieb für den Umzug ein Gedicht, welches nach der Melodie „?????“ gesungen wurde. Erna Kohler-Schneebeli kann die Strophen auch noch nach über 60 Jahren auswendig:

Mir sind Ämtler Chind

und na ufem Land deheim

De Vater isch en Buur

er fahrt dur d‘Ächer dur

und schaft mit sine Händ

dass mir au Zäase händ

Refrain:

Mir Burechind det hinderem Berg

mir Burechind händs schön!


Götschet wird bi eus am Brunne

tröchne chas ja a de Sunne

Sisch halt gmüetli ufem Land

Wo mir springes umenand

Refrain


Gespräch mit Peter u. Margrit Eichhorn 7.1.2018



Abdankung für Fräulein Emma Schönenberger am 3. April 1976 in der Kirche Ottenbach

Anzeiger aus dem Bezirke Affoltern

Autor: Kurt Leutert, Ottenbach

Ottenbach nimmt Abschied von seiner Ehrenbürgerin. Am vergangenen Samstag, 3. April 1976, fand sich eine grosse, Trauergemeinde in der Kirche zusammen, um bewegt Abschied zu nehmen von der verdienten Ehrenbürgerin, Frl. Emma Schönenberger. Nach einer Reihe von Jahren der verdienten Musse, ist ihr Leben überraschend zu Ende gegangen.

Frl. Schönenberger kam im Jahre 1914 als junge Lehrerin nach Ottenbach, nachdem sie bereits einige Vikariate hinter sich hatte. Aus dem Bauernweiler Wetzwil ob Herrliberg gebürtig, fühlte sie sich bald heimisch in unserem Dorfe, das damals auch zum grossen Teil aus Bauernfamilien bestand. So kam es, dass die liebe Verstorbene Zeit ihres Lebens im einmal gewählten Orte blieb. Sie wurde sogar derart In die natürliche Gemeinschaft aufgenommen, dass sie bald unter dem liebevoll gemeinten Namen „Fräulein“ bei Gross und Klein bekannt und beliebt war. Ihren Unterricht versuchte sie stets mit Fröhlichkeit aufzulockern, wohl wissend, dass das Einmaleins und das ABC nicht zum Alleingültigen eines Menschenlebens gehören. Ansprüche an die Schullokale und die Einrichtungen stellte Frl. Schönenberger nicht in den Vordergrund. Sie hat aus Wenigem Viel gemacht. Und als sie sich gar vornahm, eine Gemeindebibliothek zu gründen, legte sie kurzerhand mit einem Teil ihrer eigenen Bücher, den Grundstock dazu, unterstützt noch mit einer Spende aus dem Pfarrhaus. Als sie 1958 zum letzten Examen antrat, konnte sie ihr Amt mit der Gewissheit ablegen vielen hunderten von Schülern manch Wertvolles und Schönes mit auf den Weg gegeben zu haben. Die Gemeinde lohnte die Treue der gealterten Dienerin mit der Ernennungen zu Ehrenbürgerin durch die Gemeindeversammlung, im Jahre 1961 als Dank für 43 Jahren geleisteten Schuldienst an unserer Schule.

Im stilvoll renovierten Bauernhaus des „Xander-Jokeb“ konnte sich Frl. Schönenberger noch etliche Jahre ausruhen, unterstützt und betreut durch die befreundete Hermine Sidler. Für ehemalige Schüler und Schulpfleger hatte sie stets eine offene Tür und bei einem Gläschen Wein liess es sich gar gut über Problem des Dorfes und der weiteren Umgebung plaudern.

So nehmen wir denn heute dankbar Abschied von unserer lieben „Fräulein“.

Es ist für uns tröstlich zu wissen, dass das das gute Andenken an sie in so vielen Herzen mit der Erinnerung an die eigenen Jugendjahre im alten Reusstaldorfe unauslöschlich verbunden ist. Und was könnte ein gelebtes Leben mehr sein?



Die Fotografen Hubert Haagmans (Vater) und Walter Haagmans (Sohn)

Der am 09.06.1884 in Kerkrade (Niederlande) geborene Hubert Haagmans übersiedelte nach seiner Ausbildung als Buchbinder in Deutschland aus gesundheitlichen Gründen nach Herisau, wo er sich ab 1913 autodidaktisch das Fotografenhandwerk aneignete. Während des Ersten Weltkriegs zog Hubert Haagmans nach Zürich. Als er durch den Generalstreik 1918 seine Stelle als Buchbinder verlor, stieg er auf die Fotografie um. Ab 1926 begann er, Schulklassen zu fotografieren. In der Folgezeit wurde er zum "Hoffotografen" zahlreicher Zürcher Schulen. Ab etwa 1950 begleitete ihn dabei sein am 12.01.1923 in Zürich geborener Sohn Walter, der eine kaufmännische und eine Fotografenlehre absolviert hatte. 1960 übernahm Walter Haagmans das Geschäft seines Vaters (der am 10.11.1968 in Zürich verstarb), und führte es bis 1995 weiter. Während ihrer Tätigkeit fotografierten Vater und Sohn Haagmans insgesamt über 50'000 Schulklassen mit mehreren hunderttausend Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen.

Im Dezember 2004 verkaufte Walter Haagmans sämtliche Fotografien samt Registerbänden dem Lehrmittelverlag des Kantons Zürich. Kurz darauf, am 21.07.2005, verstarb Walter Haagmans in Uster. Der Lehrmittelverlag digitalisierte die Fotografien und erstellte im Rahmen der Feierlichkeiten zum 175-Jahr-Jubiläum der Volksschule des Kantons Zürich im Jahr 2007 eine Website mit der Bezeichnung www.klassenfotoarchiv.ch, auf der bis Mitte 2015 die Klassenfotos für die Öffentlichkeit zur Ansicht bereit standen und Abzüge davon zum Kauf angeboten wurden.

Quelle: Staatsarchiv des Kantons Zürich


Die Seite "Emma Schönenberger" ist im Aufbau. Hinweise, Dokumente und Fotografien, nimmt dankend der Ersteller entgegen: peter.eichhorn@gmx.ch Weihermatt 8,8913-CH Ottenbach

Quellen:

Hans Ulrich Peer, Affoltern, Primarlehrer in Ottenbach von 1953-1957; Ruth und Fritz Egger, Ottenbach; Franz Eichhorn, Ottenbach; Heinrich Hegetschweiler, Senior; Ottenbach, Kurt Leutert, Ottenbach; Erna Kohler-Schneebeli, Igor Razza, Ottenbach; Silvia Wunderli, Herrliberg; Archiv Peter Eichhorn; Samuel Zschokke, 4112 Flüh, Zschokke-Stiftung

Literatur: Bernhard Schneider "Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit" Gemeinde Ottenbach 1986

Internet: Peter Aebersold, Zürich, Markus und Daniel Eichhorn

Fotos: Staatsarchiv des Kantons Zürich - Klassenfotos von Hubert und Walter Haagmans; Primarlehrer Johann Fisch, Ottenbach; H.U.Peer, Affoltern, Otto Funk; Ottenbach; Fotoarchiv Peter Eichhorn, Ottenbach


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