Reuss- Notizen

Aus Ottenbach
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Die Reuss

Die Reuss ist ein 164 Kilometer langer Fluss in der Schweiz mit einem Einzugsgebiet von 3426 Quadratkilometern. Damit ist sie nach Rhein, Aare und Rhone der viertgrösste Fluss der Schweiz.

Die Reuss entspringt im Gotthardmassiv im Südwesten des Kantons Uri und mündet bei Windisch und Gebenstorf im Kanton Aargau als rechter Nebenfluss in die Aare. Sie ist deren grösster und längster Nebenfluss. (Wikipedia)

Schupfwuhren, Konfessions- und Güterkonflikte

Merenschwand, Obfelden und Ottenbach in der Geschichte

Überschwemmungen

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Überschwemmungen der Reuss sind nichts Neues, im Gegenteil, vor der Reusstalsanierung in den 1970er Jahren standen die Güter viel häufiger unter Wasser als heute. So sehr die Merenschwander und Ottenbacher (Obfelden gehörte bis 1847 zu Ottenbach) gemeinsam darunter litten, so wenig arbeiteten sie in früherer Zeit zusammnen, um die Probleme zu mildern. Im Gegenteil: Angespornt von ihren Obrigkeiten, erschwerten sie sich gegenseitig das Leben.

Eine Aufstellung der Reusshochwasser bei >>Hochwasser Reuss

Im Jahr 1394 eroberte die Stadt Luzern die Gemeinde Merenschwand und verwaltete sie als eigenes Amt bis zur Gründung des Kantons Aargau 1803. Zu jener Zeit brachte die Stadt Zürich das Gebiet des heutigen Bezirks Affoltern Schritt für Schritt unter ihre Kontrolle. Damit wurde die Reuss Grenze zwischen den Einflussgebieten der beiden oft verfeindeten Städte.

Güter jenseits der Reuss

l4l5 wurde erstmals Grundbesitz von Ottenbacher Bauern auf der linken Reuss- Seite nachgewiesen. Es handelte sich um rund 30 Hektaren Land, wobei "niemand weiss, wie das Land an Ottenbach gelangt ist". Die Urkunde zur Festlegung der Grenze zwischen Zürich und Luzern aus dem Jahr 1429 hielt fest, dass die Ottenbacher Güter auf der Merenschwander Seite mit einem Graben rund herum "ausgemarcht" waren. Allerdings unterstanden diese Güter der luzernischen Gerichtsbarkeit, was später immer wieder zu Auseinandersetzungen führte.

Da die Reuss nicht in einem festen Bett floss, konnte ihr Lauf mit Verbauungen beeinflusst werden. Die Leute von Lunnern und Ottenbach bauten daher „Schupfwuhren“, also Flussverbauungen, die den Flusslauf zu ihren Gunsten beeinflussten. Die Merenschwander revanchierten sich und bauten ihrerseits "Schupfwuhren". Während Jahrhunderten beklagten sich die Ottenbacher in Zürich und die Merenschwander in Luzern über die Leute auf der anderen Seite des Flusses, worauf der eine Rat dem anderen einen rügenden Brief zukommen liess. Meist einigte man sich auf einen gemeinsamen Augenschein, mahnte Ottenbacher und Merenschwander, künftig keine "Schupfwuhren" mehr zu bauen, sondern nur noch Dämme, welch die Nachbarn nicht benachteiligten, worauf beide Seiten bis zum nächsten Gerichtstermin mit ihren Verbauungen fortfahren.

Diese Streitereien führten dazu, dass das Land häufiger überschwemmt wurde. Sie behinderten aber auch die Schifffahrt, da die Verbauungen die Bildung von Sandbänken förderten. Luzern und Zürich einigte sich daher 1723 darauf, dass künftig keine Verbauungen mehr angelegt werden dürften, welche die Schifffahrt behinderten. Die Untertanen beidseits des Flusses hatten aber keinen Anlass, dies zu beherzigen, da sie ein Interesse daran hatten, festgefahrene Transportschiffe gegen Entgelt zu befreien.


Quellen:

Bernhard Schneider. Anzeiger aus dem Bezirke Affoltern, Freitag 23. Juni 2006

Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit


Die Reuss-Schifffahrt, Literatur und Hinweise

Historischen Lexikon der Schweiz

http://www.hls-dhs-dss.ch/ ist die Reuss beschrieben. Im Abschnitt Schifffahrt und Flösserei steht folgendes:

Bezüglich der Schifffahrt und der Flösserei galt die Reuss als "freie Reichsstrasse". Aufsicht übten die österreichische Verwaltung und ab 1415 die eidgenössischen Landesherren, die 1427 das Gebot des offenen Schifffahrtswegs erliessen. Bis 1798 oblag dessen Inspektion mit Räumung hinderlicher Fischerei- und Stauwehre den sogenannten Reussherren Luzern und Zug. Die Konzession des Schiffstransports von Luzern auf der Reuss an die Zurzacher Messen, nach Basel und weiter wurde den Reussschiffern der Luzerner Niederwässerer übergeben, deren sechs Schifferrechte städtisches Lehen waren. Die Schiffe wurden am Ziel verkauft, selten flussaufwärts gestakt. Mit dem Ausbau der Transitstrassen im 18. Jh. schwand die Bedeutung der Schifffahrt.


Rauhe Sitten sind nicht Sünde': Schiffer auf Aare, Reuss, Limmat und Rhein. Schwerarbeiter und Rebellen in vorindustrieller Zeit

Von Max Baumann (Autor) 134 Seiten, illustriert, Verlag Hier und Jetzt 2014

1757 stand fast die ganze Bevölkerung der Gemeinde Stilli auf der Anklagebank. Zur Debatte stand das Salz, das die Schiffleute von Stilli nach Ansicht der Berner Obrigkeit für sich selbst abzweigten – also stahlen. Der Fall ging als Salzfuhrprozess in die Geschichte ein.

Max Baumann, der grosse Kenner der Schifffahrtsgeschichte von Aare, Reuss, Limmat und Rhein, bettet den Prozess in den grösseren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext der Zeit ein. Er rollt damit nicht nur ein wichtiges Kapitel Schweizer Verkehrsgeschichte auf, sondern auch ein Stück Lokalgeschichte von Stadt und Region Brugg. In seiner bekannten Art erzählt er quellen- und alltagsnah von den Sorgen und Nöten, aber auch vom Witz und der Beschlagenheit der Schiffer, eines Berufsstands, der mit harten Bandagen kämpfte.

Ottenbach wird in Bezug auf die Schifffahrt im Buch von Max Baumann nicht erwähnt. Doch dass die Reuss wichtig für die freie Schifffahrt war, hielt schon 1427 die eidgenösssische Tagsatzung fest. Sie beauftragte die Landvögte zu Baden, Muri und Meienberg , dafür zu sorgen, dass die Reuss im mittleren Drittel für die Schifffahrt frei bleibe. Fähren und Fischerboote mussten den Transportweidlingen weichen.

Von allen Transportgütern ist das Salz am besten dokumentiert. Salz war damals sehr wichtig für Mensch und Tier. Man brauchte es um Fleisch haltbar zu machen oder um Käse herzustellen. Salz wurde in der alten Eidgenossenschaft einzig in den Salinen von Bex, damals Berner Waadtland ausgebeutet, der Grossteil musste aber importiert werden. Einkauf, Transport und Verteilung lagen in der Hand des Staates und brachten ihm grosse Gewinne ein.

Neben dem reglementierten Salz- und Korntransport, erledigten die Schiffer private Aufträge. Es wurden z.B. Massengüter wie Reis, Wein, Eisen und Baumwolle, aber auch kleinere Mengen wie Öl, Tabak, Kaffee und Spezereien transportiert. Die Schifffahrt auf Aare, Reuss Limmat und Rhein fand in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein abruptes Ende: Mit der Eisenbahn kam ein Transportmittel auf welches schneller und billiger war.

Der kursiv geschriebene Text ist nur ein kleiner Auszug aus dem sehr informativen Buch von Max Baumann. Wer etwas über die Schifffahrt auf den beschrieben Flüssen erfahren will, ist mit diesem Buch gut bedient. 2.2017 Peter Eichhorn


Eine Reussschifffahrt im Jahre 1814

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Der 23-jährige englische Lyriker Percy Bysshe Shelley und die 17-jährige Mary Godwin, ausgestattet mit einem messerscharfen Intellekt, waren einander erst seit kurzem verfallen und flüchteten nach Europa. Shelley liess seine Frau Harriet, im dritten Monat schwanger und ein vierzehn Monate altes Baby sitzen. Soweit die unschöne Vorgeschichte. Auf ihrer Flucht durch halb Europa führten sie gemeinsam ein Tagebuch, ein Glücksfall für die an der historischen Reussschifffahrt Interessierten.

Nachfolgend der Auszug aus dem Tagebuch

Wir gingen in Luzern an Land und blieben für die folgende Nacht in der Stadt, und am nächsten Morgen (dem 28. August) brachen wir in der Diligence par-eau nach Laufenburg auf, einer Stadt am Rhein, wo die Wasserfälle dieses Flusses das Boot daran hinderten weiterzufahren. Unsere Reisegesellschaft entstammte den niedrigsten Klassen, sie rauchten unablässig und waren ausserordentlich abscheulich. Nachdem wir zur Erfrischung in der Tagesmitte an Land gegangen waren, entdeckten wir bei unserer Rückkehr dass unsere vorherigen Sitzplätze besetzt waren; wir nahmen andere; doch deren ursprüngliche Inhaber bestanden zornig und beinahe gewaltsam darauf, dass wir sie wieder räumten. Ihre ungehobelte Grobheit uns gegenüber, die wir ihre Sprache nichtverstanden, reizte Shelley derart, dass er den Erstbesten niederschlug: Dieser schlug nicht zurück, sondern setzte sein Geschrei fort, bis sich die Bootsleute einmischten und uns andere Sitzplätze zuwiesen. Die Reuss hat eine äusserst starke Strömung, und wir kamen über mehrere Fälle, von denen einer höher als acht Fuss war. Es liegt etwas sehr Köstliches in dem Gefühl, wenn man in einem Augenblick am oberen Ende des Wasserfalles schwebt, und bevor eine Sekunde verstrichen ist, hat man den Boden erreicht, während man durch die Beschleunigung, die durch das Hinunterfahren gewonnen wird, immer noch weitersaust. Die Wasser der Rhone sind blau, jene der Reuss sind von einem dunklen Grün. Ich glaube, dass dies etwas mit den Flussbetten zu tun haben muss und dass die Farbtöne der Ufer und des Himmels alleine diesen Unterschied nicht verursachen können. Nach einer Übernachtung in Dettingen kamen wir am nächsten Morgen in Laufenburg an, wo wir ein kleines Kanu mieteten, um uns nach Mumpf zu bringen. Ich gebe diesen Booten eine indianische Bezeichnung, da sie von einfachster Bauart waren lang, schmal und mit flachem Kiel: sie bestanden nur aus geraden Stücken von Planken aus Kiefernholz, waren unbemalt und mit so wenig Sorgfalt zusammengenagelt, dass ständig Wasser durch die Ritzen eindrang und das Boot andauernd ausgeschöpft werden musste. Die Strömung war stark, und der Fluss brauste hurtig voran und brach sich im Vorbeischnellen an den unzähligen Felsen, die nur knapp unter Wasser lagen: Es war ein einigermassen erschreckender Anblick, unser zerbrechliches Boot zwischen den an den Felsen entstehenden Wirbeln hindurchwinden zu sehen, wobei jede Berührung tödlich gewesen wäre, und die kleinste Neigung zu einer Seite hätte es sofort kentern lassen. In Mumpf konnten wir kein Boot beschaffen, und wir dachten, wir hätten Glück, als wir einem Cabriolet auf der Rückfahrt nach Rheinfelden begegneten; doch unser glückliches Geschick war nicht von langer Dauer: Ungefähr eine Meile von Mumpf entfernt brach das Cabriolet zusammen, und wir mussten zu Fuss weitergehen. Zum Glück wurden wir von einigen schweizerischen Soldaten eingeholt, die man entlassen hatte und die auf dem Weg nach Hause waren; sie trugen uns unsere Reisekiste bis nach Rheinfelden, wo man uns den Weg zu einem Dorf in einer Meile Entfernung wies, in dem man gewöhnlich Boote mieten konnte. Dort bekamen wir, allerdings nicht ohne einige Schwierigkeiten, ein Boot nach Basel und fuhren weiter, den schnell strömenden Fluss hinunter, während der Abend anbrach und das Wetter rauh und unfreundlich war. Unsere Reise war jedoch von kurzer Dauer, und wir erreichten unser Ziel um sechs Uhr am Abend.


Percy Bysshe Shelley

Percy Bysshe Shelley (* 4. August 1792 in Field Place, Sussex; † 8. Juli 1822 im Meer bei Viareggio in der italienischen Region Toskana) war ein britischer Schriftsteller der englischen Romantik. Er war ein Verfechter des Atheismus. (Wikipedia)

Kurzbiografie:

Mit 19 Jahren heiratete er die damals 16-jährige Harriet Westbrook (verh. 1811-1816). Das führte zu einem Zerwürfnis mit seinem Vater. Nach dem Suizid Harriets durch Ertrinken und nachdem er durch Erbschaft eine lebenslange Rente von L 1000 seinen Unterhalt gesichert sah, heiratete er 1816 Mary Wollstonecraft Godwin, Tochter der Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft und des Philosophen William Godwin.Seit 1818 lebte die Familie in Italien.

Im Juli 1822 kam Shelley bei einer Segeltour an der Küste bei La Spezia nahe Viareggio gemeinsam mit Edward Ellerker Williams sowie einem Freund namens Daniel Roberts und einem jungen Bootsmann aus Cornwall ums Leben. Am 8. Juli brachen die Freunde zu dem Ausflug auf, doch am Nachmittag zog ein Sturm auf. Vier Tage später fanden Fischer seinen Leichnam. Das Boot war gekentert und Shelley, der nicht schwimmen konnte, ertrunken. Seine Künstlerfreunde Lord Byron, Edward John Trelawny und James Henry Leigh Hunt verbrannten die Leiche auf einem Scheiterhaufen am Meer. Shelleys Asche wurde auf dem protestantischen Friedhof in Rom beigesetzt. Die Inschrift auf seinem Grab lautet: COR. CORDIUM – Herz der Herzen. (Quelle: Wikipedia)


Quelle 1: Mary W. Shelley & Percy B. Shelley: Flucht aus England

Reiseerinnerungen & Briefe aus Genf 1814 1816.

Aus dem Englischen übertragen und herausgegeben von Alexander Pechmann. Hamburg, Genf, Friesland: Achilla Presse Verlagsbuchhandlung 2002

Quelle 2: Von Casanova bis Churchill

Berühmte Reisende auf ihrem Weg durch die Schweiz

35 Reiseberichte aus drei Jahrhunderten von Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst, Forschung und Politik

Verlag Hier und Jetzt 2016

Buchbesprechung "Von Casanova bis Churchill" bei Bücher Was Peter liest


Schifffahrt, Flösserei und Fischerei auf dem Oberrhein

Autor: J.Vetter, 200 Seiten A5, Druck der G.Braun'schen Hofbuchdruckerei, Karlsruhe, 1864

Im Buch wird die Geschichte der alten Schiffergesellschaften "Rhein-Genossenschaft und "Laufenknechte" beschrieben. Es beinhaltet auch einige Hinweise zur Reussschiffahrt.

Privat-Bibliothek Peter Eichhorn


Ein ausführlicher und illustrierter Artikel über

Die Reussschifffahrt

in der Rontalerbrattig (im Internet suchen)


Reusstal und Reuss als Kommunikations- und Lebensraum

4-seitiger Artikel Format A4 von Anne-Marie Dubler, Historikern

Erschienen im Heft "Wege und Geschichten" in der Rubrik " Wege und Gewässer". Via Storia, Zentrum für Verkehrsgeschichte.

Einleitung

In frühen Geschichtsquellen erscheint das untere Reusstal als wichtiger Durchgangsraum, doch unter dem Einfluss des Territorialstaats Bern wanderte der Transitverkehr aus dem Reusstal ab. Den Bewohnern war der Transit eher nachteilig: Reussschiffe fuhren an den Dörfern vorbei, und Fähren und Brücken lagen weit ab und waren teuer. Mit dem eigenen oder dem Weidling des Nachbarn liessen sich die Monopole der Fähren und Brücken umgehen.

Artikel im Archiv Peter Eichhorn, Register R


Reussgfrörni

Artikel in Bearbeitung

Die grosse Kälte, welche sich im Jahre 1830 ereignet hat, die Reuss war gefroren

Ottenbach ZH an der Reuss

Es hat sich begeben, dass es so früh angefangen einzuwintern und es ward je länger je kälter geworden, sodass es am 2.ten Hornung 1830 so kalt war, dass die Reuss überfrierte, und den 5.ten dito ein Vierspennigen zuvor geladenen Wagen darüber fuhr, und am Sonntag als den 7.ten war zur Bewunderung eine grosse Menge Volk auf der Reuss gewesen, man hatte daselbst eine Reitschul gemacht zum Andenken den Nachkommenden.

Da hat sich aber die Natur gemildert dass es den 9.ten Hornung anfing zu regnen, und so an dem selben Abend hat das Eis geschmolzen, da stunden wir in grosser Gefahr wegen den Schiffen weil man zufürchten hat, dass selbige von den Eisklötzen zerrissen würden. Man hat eines derselben aus dem Eis gehauen und ans Land gezogen, die andern aber sind noch zufest angefroren gewesen, nun aber ging alles nach Hause zu Ruhe. Morgens aber den 10.ten ungefähr um 2 Uhr ward eine grosse Menge Eisklötze angekommen, das hat so fürchterlich gekracht und getost dass man in grossem Schrecken stund, weil die 5 Schiffe alle miteinander in den Eisschubben durch die Reuss hinab fuhren, Mann weiss nicht anzufangen als Sturm zu läuten um die Schiffe zuretten.

Dieser Satz ist zum Andenken den nachkommenden aufgesetzt worden und ist geschehen unter den Vorgesetzten, Seckelmst. Jacob Leutert und Dorfmeyer Ulrich Schneebeli und Jacob Berli, Dorfmeyer. So möchten wir die nachkommenden gütigst erinnern wann der Fall gäbe die (Schiffe) so geschwind als möglich auf das Land zu tun, damit sie in Sicherheit gesetzt würden. Der Seckelmeister: Leutert

Diesen Beitrag verdanken wir einer Sammlung von Herrn Louis Häusermann sel., seinerzeit Gemeindeschreiber in Ottenbach, der in den 60er Jahren verschiedene Eintragungen aus dem Ottenbacher Gemeindebuch abgeschrieben hat. Louis Häusermann war Gemeindeschreiber in Ottenbach von 1944 bis 1974. Er starb 1980 im Alter von 70 Jahren.

Der Beitrag „Beschreibung der grossen Kälte, welche sich im Jahre 1830 ereignet hat“, erschien in der Dorfzeitung „Ottebächler“ Nr. 80, September 1980. Herausgeber: Gewerbeverein Ottenbach

Unter der grossen Kälte 1830 litt die ganze Schweiz. Der Zürichsee und der Bodensee waren ganz zugefroren. (Quelle: Internet)

11.-15.02.1929 Sibirische Kälteperiode, Reussgfrörni in Luzern, Bremgarten, Mellingen Seegfroerni Bodensee und Zuerichsee

Von ´einer Reussgfrörni in Ottenbach 1929, sind bisher keine Geschichten oder Fotos aufgetaucht.

In den verschiedenen Jubiläumschroniken der Dorfvereine wird nichts von einer "Reussfrörni" berichtet. Auch nicht im grossen Jubiläumsbuch "100 Jahre Pontonierfahrverein Ottenbach 1888-1988".

Eine sehr zuverlässige Auskunftsperson über Ottenbach ist Ernst Hegetschweiler, "Ursi-Ernst",* Alt-Landwirt, "Oelberg", Ottenbach. Der 1925 geborene Ernst Hegetschweiler hat einen wachen Geist und ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Er ist Ehrenmitglied des Pontonierfahrvereins Ottenbach. Auch ihm sind keine Geschichten über eine Reussgfrörni 1929 bekannt.(2.2021) Offensichtlich ist die Reussgfrörni-Geschichte bei den Pontonieren noch einige Jahre erzählt worden, aber dann verloren gegangen. Ernst Hegetschweiler kann sich aber an treibende Eisschollen erinnern, in welchem Jahr weis er aber Ausnamsweise nicht.

Luzern 1929

Erst am 23. Februar kam Luzern 1929 wieder über die Nullgradgrenze hinaus. Seegfrörnis gab es in Luzern und Umgebung immer wieder. Im Stadtarchiv Luzern finden sich dazu zahlreiche Dokumente. So war 1319 «der äussere See dermassen zugefroren, dass man mit Ross und Wagen bis Küssnacht fahren konnte». 1684 und 1685 «konnten sich Beckenrieder und Gersauer zu Fuss besuchen». Die Seegfrörni von 1890/91 war «die stärkste seit Menschengedenken». Während 84 Tagen herrschten Minustemperaturen von 6 bis 20 Grad unter Null. Die Eisbildung verunmöglichte eine Woche lang die Ein- und Ausfahrt der Schiffe; Alpnacher- und Küssnachtersee waren vollständig zugefroren. «Dazu kam als Gratisgeschenk der Neuschnee», schrieb Jahrzehnte später in einer Kolumne im Luzerner Tagblatt Redaktor Ronald Roggen. Die Folge war, dass sich am 13. Februar 1929 auf dem Luzerner Seebecken grosse Eisflächen bildeten und Eisschollen die Reuss hinuntertrieben. Gemäss Roggen wagten sich damals «etliche Zeitgenossen zu Fuss oder auf Schlittschuhen aufs Eis hinaus». (Quelle: Luzerner Tagblatt)


Wieviel Wasser führt die Reuss zu Zeit in Ottenbach? Mühlau ist die nächstliegende Messtation.

Mühlau >https://www.hydrodaten.admin.ch/de/2110.html

Eine Aufstellung der Reuss-Hochwasser bei >Hochwasser Reuss

Noch mehr über die Reuss im ausführlichen Artikel >Ottenbach - Dorf an der Reuss


*Ernst Hegetschweiler, "Ursi-Ernst", siehe >Übernamen,Spitznamen, Beinamen in Ottenbach


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