Eichhorn- Weber Hilde *2.Februar 1939 - 25. Februar 2007

Aus Ottenbach
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Trauerfeier für Hilde Eichhorn- Weber in der Kirche Ottenbach, Dienstag, 6. März 2007 14.00 Uhr

Das Ehepaar Hilde und Franz Eichhorn-Weber

Lieber Franz

Liebe Trauerfamilie

Liebe Trauergemeinde

In den folgenden Minuten darf ich Ihnen in einem Lebenslauf das Leben von Hilde Eichhorn noch einmal vorbeiziehen lassen.

Ein Lebenslauf besteht vor allem aus Zahlen, Daten und Fakten. Dank den Angaben ihres Mannes Franz, ihrer Kinder und ihrer Geschwister ist ein vielfältiges Bild eines außergewöhnlichen Lebens und einer starken Frau entstanden.

Geboren wurde sie am 2.Februar 1939 in Platschow im jetzigen Polen als 2. älteste von 5 Kindern, als einziges Mädchen. Die Eltern bewirtschafteten einen Bauernhof.

Die ersten Jahre im Leben von Hilde sind geprägt von der Geschichte des 2. Weltkrieges.

Das Regime von Adolf Hitler nahm in den Ostgebieten ab 1939/1940 grosse Umsiedlungen vor. Die Familie Weber bekam in Warthegau im jetzigen Polen Land zugeteilt und musste dort neu anfangen.

1944/45 war das Ende der Hitler- Diktatur absehbar. Die russische Armee stand vor dem Durchbruch. Seit Wochen war der beladene Pferdewagen für die Flucht bereit. Der Vater war im Krieg. Die Mutter musste mit den Kindern die Flucht alleine überstehen. Die Familie landete schliesslich in Boltenhagen in der ehemaligen DDR.

In einer Nacht- und Nebelaktion wurden sie ins Flüchtlingslager Immendorf, Salzgitter, Bundesrepublik Deutschland, weitergeleitet.

Ab 1947 wohnte die, nun wieder vollzählige Familie, in Bleckenstedt (Salzgitter) wo Hilde auch die Schulen besuchte und 1954 konfirmiert wurde.

Danach absolvierte sie ein Jahr Haushaltsschule und eine Lehre als Drogerie-Verkäuferin.

Eine Cousine von Hilde arbeitete bereits in der Schweiz als Haushalthilfe. In einem Briefwechsel klagte diese über starkes Heimweh. Sozusagen um ihre Cousine zu trösten, suchte Hilde ebenfalls eine Stelle als Haushalthilfe und fand Arbeit bei einer Familie in Kloten.

Das eigentliche Reiseziel war aber Schweden oder Norwegen. Die Familie bei der sie angestellt war, riet ihr, doch noch etwas in der Schweiz zu bleiben, um Geld zu verdienen, z.B. im Service.


So ergab es sich, dass Hilde im April 1960 von Kloten nach Ottenbach ins Restaurant Neuhof kam, um im Service zu arbeiten. Ganz „zufälligerweise“ war auch Franz gleich am ersten Abend im Restaurant Neuhof anwesend. Franz sagte mir, dass es beiderseits sofort „klick“ gemacht habe.

Dieses „Klick“ hat ein Leben lang gehalten!

1961 wechselte sie die Stelle, und arbeitete im Restaurant Krone in Affoltern.

Am 1.Februar 1962 heirateten Hilde und Franz in Affoltern und bezogen die erste gemeinsame Wohnung bei der Bäckerei Iten in Knonau. Dort arbeitete sie von da an als Aushilfe in der Bäckerei.

Die beiden frisch verheirateten erlebten von Anfang an eine schöne, glückliche Zeit. Die junge Familie vergrösserte sich: Am 11.Januar 1963 kam Urs auf die Welt, am 27.April 1966 folgte Thomas und am 13.Mai 1969 Martin.

Eine grosse Veränderung ergab sich 1968:

Ganz überraschend bot sein bisheriger Arbeitgeber, Dölf Moser, Absperrgitterbau, Mettmenstetten, das Geschäft zur Übernahme an. Innerhalb eines Tages mussten sich Franz und Hilde entscheiden. Hilde sagte spontan ja.

Am 1. Oktober 1968 übernahmen die Beiden das Geschäft von Moser und zogen von Knonau nach Mettmenstetten ins Eigi. Da schon damals der Absperrgitterbau rückläufig war, hat Franz von Beginn an mit der Montage von Zäunen begonnen.

1974 erwarben sie die Liegenschaft Weihermatt 10 in Ottenbach und bauten hier den Betrieb weiter aus.

1976 bezogen sie das neue Einfamilienhaus am Stehlirain 5 in Ottenbach.

Hilde war immer die treibende Kraft in der Familie und im Geschäft. Ohne sie wäre das Geschäft nie so erfolgreich gelaufen. Franz sagte mir vor einigen Tagen, dass sie über 50% Anteil am Geschäftserfolg gehabt habe.

Neben Haushalt und Kindererziehung war sie bis zuletzt täglich im Betrieb tätig, machte die ganze Büroarbeit, inklusive Offerten erstellen, Abrechnungen und Rechnungen schreiben.

Auch die ganze Buchhaltung hat sie bis zur Gründung der AG 1984 erstellt.

Wenn in früheren Zeiten Not am Mann war, half sie Zäune zusammen nageln, Holz imprägnieren oder ging sogar mit auf die Baustelle.

Daneben war sie immer sehr um das Wohl der Angestellten besorgt und hat alles unternommen, dass es ihnen auch privat gut ging. Hatte jemand ernsthafte Probleme, litt sie immer mit.


Hilde hat die Menschen geliebt und war sehr gesellig und fröhlich. Es war für sie auch sehr wichtig, ihre Familie möglichst jeden Tag am Mittagstisch zu haben. Nie hat sie einen Geburtstag vergessen und jeder Geburtstag war ein Grund für ein kleines Fest.

Im Gewerbeverein Ottenbach organisierte sie jahrelang das „Risottoessen“ anlässlich der Fasnacht. Ihr ist es zu verdanken, dass dieser Brauch in all den Jahren nicht abgeschafft wurde.

Für ihre Verdienste wurden Hilde und Franz 2006 vom Gewerbeverein Ottenbach zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Hilde als erste und bisher einzige Frau!

Mit den Gewerblerfrauen unternahm sie einige Reisen und hat regelmässige Treffen organisiert.

Zusammen mit Franz organisierte sie die Reisen und Versammlungen der Militärveteranenvereinigung, bei der Franz Mitglied war.

Mit den „Reuss-Schwimmern“ wurden ebenfalls mehrere Reisen unternommen und jedes Jahr im Oktober fand im Gartenhaus der Familie Eichhorn (der so genannten Mittelstation) das „Schluss-Schwimmen-Fest“ statt. Auch hier sorgte Hilde für Speis und Trank. Das Bewirten von Gästen lag ihr sehr am Herzen.

Sie liebte ihren Garten und vor allem die Blumen. Besonders die Rosen wurden von ihr gehegt und gepflegt und es machte ihr grosse Freude, wenn es rund um das Haus grünte und blühte.

Wie wir aus all diesen Ausführungen heraushören können, war sie im Geschäft und in der Familie der Mittel- und Angelpunkt, hat sich aber nie jemandem aufgedrängt. Sie war einfach da.

Im Januar 2005 fühlte sie sich einige Tage nicht wohl und suchte ihren Hausarzt auf. Dieser liess sie auf Grund seiner Diagnose sofort in das Spital einweisen. Der Befund war niederschmetternd: Im Darmbreich wurde ein Krebsgeschwür festgestellt, welches eine sofortige, grosse Operation nötig machte.

Unzählige Chemoterapien folgten. Sie ertrug die damit verbundenen, starken gesundheitlichen Schwierigkeiten mit unglaublichem Willen und der Hoffnung auf Heilung. Nie hätte sie aufgegeben, sie glaubte auch fest daran, dass auch die zuletzt erfolgte Behandlung helfen würde.

Zusammen mit Franz besuchte sie am Fasnachtssamstag, 3. Februar 2007 sogar das Risottoessen beim Gemeindesaal und strahlte dort Zuversicht aus.

Doch die Krankheit war stärker.

In den letzten Tagen wurde sie schwächer.

Spätabends am 25. Februar 2007, schlief sie zu Haus, im Stehlirain 5, ruhig und friedlich ein.

Lebenslauf: Peter Eichhorn

Pfarrer: Urs Etter

Die Kirche war, inklusive Chor, voll besetzt.


Anzeige, erschienen im Anzeiger aus dem Bezirke Affoltern, 30.03.2007


H E R Z L I C H E N D A N K

für die grosse Anteilnahme und die vielen Zeichen der Verbundenheit, die wir beim Abschied von unserer lieben, unvergesslichen

Hilde Eichhorn-Weber

erfahren durften.

Von Herzen danken wir allen Verwandten, Freunden, Nachbarn und Bekannten für die tröstenden Worte und Umarmungen, Karten, Blumen und Spenden.

Ein spezieller Dank geht an

- Herrn Pfarrer Gustav Etter für die einfühlsam gestaltete Trauerfeier

- Herrn Peter Eichhorn für das Aufzeichnen und Vortragen des Lebenslaufs

- Frau Angela Bozzola (Orgel) und Frau Karin Schaerer (Panflöte) für die musikalische Umrahmung.

Wir danken allen, die Hilde in ihrem Leben in Liebe und Freundschaft begegnet sind.

Ottenbach, im März 2007

Die Trauerfamilie



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