Buntbrachen

Aus Ottenbach
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Ottebächler Nr. 148 September 2008

Als prägendes Element in der Landschaft konnten wir in den letzten Jahren an verschiedenen Standorten Bunt- oder Rotationsbrachen wahrnehmen. In diesem Jahr sind in Ottenbach an vier Standorten (Meiholz, Im Lanzen, Hächliseich, Ruchweid) solche Brachen. Vielleicht haben sie sich auch schon gefragt, was eigentlich Sinn und Zweck solcher Flächen ist.

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Für den ökologischen Ausgleich müssen Landwirte mindestens 7% der landwirtschaftlichen Nutzfläche extensiv, nach klar definierten Vorgaben, bewirtschaften. Extensive Wiesen, Hecken, Hochstammobstbäumen, Trockenmauern, Ruderalflächen, etc. sind Elemente, die diese Anforderungen erfüllen.

Besonders für Ackerbaubetriebe, die ebenfalls ökologische Ausgleichsflächen benötigen, jedoch Futter aus diesen Flächen selber nicht verwerten können, bietet die Brache eine interessante Alternative. Alle Brachen sind auf Flächen, die vor- und nachher als Ackerland (Getreide, Mais, Kartoffeln, etc) bewirtschaftet werden. Wenn sich der Landwirt für das Anlegen einer Brache entscheidet, muss er verschiedenste Kriterien beachten. So muss er u.a. eine, von Agroscope empfohlene Saatmischung mit einheimischen Wildkräutern oder -gräsern verwenden. Durch diese gezielte Saat, soll schon im ersten Jahr ein vielfältiges Blüteangebot vorhanden sein. Aufgrund der eingesäten Mischung verändert sich das Erscheinungsbild im Laufe der Zeit ständig. Viele Insekten ernähren sich von den Pflanzen der Brache oder überwintern im toten Pflanzenmaterial. So sind sie Lebensräume für viele, teilweise bedrohte Tiere. Nebst der Bereicherung von unserem Landschaftsbild leisten Brachen einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt. Je nach Typ, ist eine Brache bis maximal 6 Jahre am gleichen Standort.

Wie alle anderen Kulturen oder Grünflächen, benötigen auch Brachen eine Pflege. Wer von uns hat nicht schon erlebt, dass er im Garten oder Rasen etwas angesät hat, aber oh Schreck, es kamen ganz andere nicht bestellte“ Pflänzchen. So ergeht es auch dem Landwirt auf seinen Produktionsflächen. Die Brachen machen hier keine Ausnahme. Nebst einem geeigneten Standort, sind für eine erfolgreiche Brache Unterhaltsarbeiten zwingend notwendig. Ein besonders Problem sind Unkräuter wie Blacken, Ackerkratzdisteln und Winden. Problematisch kann es auch werden, wenn eine starke Vergrasung die wertvollen Brachepflanzen verdrängt.

Wie schon der Begriff Rotationsbrache verrät, handelt es sich ja nicht um eine Dauerkultur, nach spätestens sechs Jahren, in der Regel früher, wird eine Brache umgebrochen und wieder als Produktionsfläche bewirtschaftet. Ideal ist natürlich, wenn die Brache tatsächlich auch rotiert, das heisst nicht einfach aufgegeben wird sondern den Standort wechselt und so der schützenswerten Fauna wieder neue Flächen zur Verfügung stehen. Mit einer angepassten Bodenbearbeitung und einer geeigneten Folgekultur sollte dieser sehr anspruchsvolle Übergang gelingen.

Fritz Schumacher, Leiter Ackerbaustelle,Fotos Fritz Schumacher


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Aktualisiert 2021