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Anmerkungen, Hinweise

zur späteren Verarbeitung

Fundort Witenlach Prähistorisch= Vorgeschichte

Die Vorgeschichte oder Urgeschichte genannt ist der längste Zeitabschnitt (über 99%) der Menschheitsgeschichte. Der Begriff der "Vorgeschichte" ist absurd, weil es keine Geschichte vor der Geschichte gibt. Er ist dennoch forschungsgeschichtlich zu begründen und klar definiert. Nach traditionellem Verständnis beginnt die Vorgeschichte mit dem Auftreten der ersten Steinwerkzeuge vor etwa 2,5 Millionen Jahren und endet mit den ersten Schriftzeugnissen, die den Anfang der Frühgeschichte markieren. Dementsprechend verschiedenartig datiert das Ende der Vorgeschichte in den Regionen der Welt. Wo schriftliche Aufzeichnungen fehlen, tragen archäologische Funde zum Kenntnisstand dieser frühen Zeitabschnitte bei.

(Archäologie = Wissenschaft vom Altertum und anderen frühen Hochkulturen der Erde, soweit sich diese aus Denkmälern, Bodenfunden und Schriftquellen erschließen lassen, die Grenzen zur prähistorischen Archäologie sind fließend und naturwissenschaftliche Methoden, z.B. die Paläoanthropologie = die Wissenschaft von fossilen Menschenartigen und Menschen).


Gelegentlich wird der Begriff der Urgeschichte auf Zeit der Jäger und Sammler, in dem wesentlichen also die Altsteinzeit und Anhandteinzeit eingeengt benutzt.

Den Zeitraum vom Anfang der Menschheit bis zur Einführung der Metallurgie (in Mitteleuropa vor etwa 4 Tausend Jahren) wird als Steinzeit genannt. In Mitteleuropa werden zuerst Kupfer, dann Bronze und schließlich Eisen verarbeitet. In anderen Regionen fehlen Kupfer- und/ oder Bronzezeit.

Die Steinzeit ist in unterschiedliche Abschnitte gegliedert. Generell wird zwischen Altpaläolithikum, Mittelpaläolithikum, Jungpaläolithikum, Mesolithikum und Neolithikum unterschieden, wobei die einzelnen Abschnitte global verschiedenartig benannt, definiert und datiert sind. Die mustergültige Unterscheidung ist das Zeitalter des "geschlagenen Steins" und das des "geschliffenen Steins". Letzteres ist ein Kennzeichen des Neolithikums (= Jungsteinzeit), das in Europa etwa um 5500 v. Chr. begann. Weitere Merkmale der Jungsteinzeit sind Sesshaftigkeit, Keramik sowie domestizierte Pflanzen und Tiere.

Ähnlich grundlegende Veränderungen in der Menschheitsgeschichte zog die Entdeckung der Metallurgie nach sich (Bronzezeit, Eisenzeit) und schließlich die Entwicklung der frühen Schriftkulturen Frühgeschichte.

Die ältesten Funde stammen dennoch aus Afrika, denn dort stand die Wiege des Menschen. Die ältesten, sicher datierten Funde in Europa sind nicht älter als 600 Tausend Jahre.

Erdgeschichtlich fällt die Altsteinzeit in etwa mit dem Pleistozän, die folgenden Epochen mit dem Holozän zusammen.

1. Die vorrömische Zeit

Die frühesten menschlichen Spuren in der Schweiz gehen auf die Altsteinzeit zurück. In der Höhle von Cotencher im Kanton Neuenburg (Neuchâtel) wurden Schneidwerkzeuge aus Stein gefunden, die wohl dem Neandertaler (20'000 bis 4'000 v. Chr.) gehört haben. Zudem finden sich aus der jüngeren Steinzeit (bis ca. 3'000 v. Chr.) Zeugnisse der nun sesshaften bäuerlichen Bevölkerung an vielen Orten in der Schweiz. Während der Bronzezeit (ca. 3'000-1'000 v. Chr.) und der frühen Eisenzeit (ab ca. 1'000 v. Chr.) wurden Wege über die Alpen begangen und langsam entwickelte sich ein früher Handel. In der folgenden La-Tène-Zeit(ca. 800 v. Chr.). kamen erste Münzen in Umlauf Die Fundstelle bei La Tène, nordöstlich von Neuenburg hat der ganzen zweiten Periode der Eisenzeit ihren Namen gegeben. Im ersten Jahrhundert v. Chr. verlässt der keltische Stamm der Helvetier seine Siedlungsplätze in Süddeutschland und siedelt sich neu im Schweizer Mittelland an. Die Helvetier zogen auch noch weiter nach Westen, bis sie auf die Römer stiessen. Von Cäsars Armeen wurden sie dann 58 v. Chr. in das schweizerische Mittelland und den Alpenraum zurückgedrängt

2. Die römische Zeit 58 v. Chr. bis 400 n. Chr.

Die keltische Bevölkerung nahm schnell römische Kultur und Lebensart an und durchlebte in den beiden ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung eine friedliche und materiell gesicherte Zeit. Ein vorzügliches Strassennetz, dessen Überreste sich heute überall in der Schweiz finden, führte über den Grossen Sankt Bernhard Pass im Westen und über die Bündner Pässe (Julier, Splügen, Oberalp) im Osten nach Rom, dem Mittelpunkt der damaligen Welt. Ein lebhafter Handel mit Rom blühte auf. Städte entstanden: Augusta Raurica (Augst, bei Basel) und das prächtige Aventicum (Avenches, halbwegs zwischen Bern und Lausanne) als Hauptstadt der römischen Schweiz. Seine noch heute sichtbaren Stadtmauern konnten 50'000 Einwohnern Schutz bieten. Heute lebt ein Bruchteil dieser Zahl in Avenches!

3. Der Weg zur Viersprachigkeit

Die Friedenszeit endete mit dem Einfall germanischer Stämme ins Römische Reich. 260 n. Chr. überwanden erstmals Alemannen den Limes, die befestigte Nordgrenze des römischen Imperiums, und zogen südwärts. Nur für eine kurze Zeit konnten die Römer ihre Grenze längs des Rheins und der Donau noch halten. Helvetien und Rhätien verarmten zu Grenzprovinzen unter Militärhoheit. Um 400 musste Rom seine jenseits der Alpen liegenden Gebiete räumen. Während der Völkerwanderungszeit fiel der westliche Teil des Imperiums an die germanischen Eroberer, die vorher regen Handelsbeziehungen zum Mittelmeerraum kamen zum Erliegen. Burgunder, die bereits das Christentum angenommen hatten, siedelten im westlichen Teil der Schweiz und übernahmen dessen Sprache, das Latein. Ähnliches geschah mit den lombardischen (Langobarden) Stämmen, die sich in der südlichen Schweiz niederliessen und die bestehende Kultur kaum beeinflussten. Die grösste Zahl der Neueinwanderer aber stellten die heidnischen Alemannen zwischen Rhein und Aare dar. Ihnen gelang es aber nicht, in Rhätien, dem späteren Graubünden einzudringen. Die dort ansässigen römischen Rhätier leisteten Widerstand nachdem sie selbst sich über grosse Teile der Ostschweiz, Südtirols, Vorarlbergs und Friauls ausgebreitet hatten. Später, im Mittelalter, zogen sie sich in die Hochtäler der bündnerischen Alpen zurück und lebten dort relativ unbehelligt. Ohne diese Überlebenstaktik wären die Rhätoromanischen Dialekte von den sie umgebenden grösseren Sprachgruppen zum Verschwinden gebracht worden.

Quellen

1. Die vorrömische Zeit, 2. Die römische Zeit 58 v. Chr. bis 400 n. Chr., 3. Der Weg zur Viersprachigkeit.

Die drei Abschnitte stammen aus dem Schweizer Familienforschung aus dem Internet



Hallstattzeit = Kelten, 700 - 450 v. Chr.

La Tène- Kultur, nach einem Fundort am Neuenburgersee, = Kelten = Helvetier, 5. - 1. Jahrhundert v. Chr.


Die Helvetier

Geschichtsarbeit Bia6c im April 2004 bei Dr. Jürg Fink Autor: Thomas Mächler

Inhaltsverzeichnis:

1. VORWORT...........................................................................................................................................................................3

2. EINLEITUNG.......................................................................................................................................................................3

3. ZEITLICH:............................................................................................................................................................................3

4. BILD DER KELTEN...........................................................................................................................................................4

5. KELTISCHE SÖLDNER...................................................................................................................................................4

6. SCHMUCK DER KELTEN..............................................................................................................................................4

7. DIE DRUIDEN......................................................................................................................................................................5

8. HELVETISCHE KRIEGE................................................................................................................................................5

8.1. SCHLACHT BEI BIBRACTE (58V. CHR.).........................................................................................................................5

8.2. GENAUER VERLAUF DER SCHLACHT BEI BIBRACTE..................................................................................................7

9. RELIGION.............................................................................................................................................................................8

9.1. WALHALLA.....................................................................................................................................................................8

9.2. DAS TOTENFEST .............................................................................................................................................................8

9.3. ANDERE FESTE...............................................................................................................................................................8

10. GESELLSCHAFTLICHES ..........................................................................................................................................8

10.1. FRAUEN ...........................................................................................................................................................................9

10.2. NAHRUNG........................................................................................................................................................................9

11. WEITERLEBEN UNTER RÖMISCHER BESATZUNG.....................................................................................9

12. SCHLUSSWORT..........................................................................................................................................................10

13. QUELLENVERZEICHNIS .......................................................................................................................................11

13.1. LITERATUR....................................................................................................................................................................11

13.2. INTERNET ......................................................................................................................................................................11

1. Vorwort

Warum habe ich das Thema Helvetier gewählt? Für mich war es von Anfang an klar, dass ich etwas über unsere Geschichte erarbeiten möchte. Denn die Fragen: „Woher komme ich?“, „Was sind meine Wurzeln?“ und die daraus folgende Frage: „Wie habe ich meine Zukunft zu gestalten?“ beschäftigen mich nun schon seit geraumer Zeit. In unserer Geschichte finde ich einen Halt, der mich gewissenhaft durch das Leben führt. Das klingt jetzt vielleicht etwas naiv, ist es aber nicht. Dieses Gefühl, das mir jeden Tag neue Kraft gibt, kann man nicht beschreiben. Man muss es erleben. Es ist das Gefühl, welches einen Stark und Widerstandsfähig gegen negative Einflüsse macht. Es formt den Charakter und hilft mir beim Erwachsen werden. Jemand der seine Geschichte nicht kennt, kann in meinen Augen kein bewusstes Leben führen, da er die Frage: „Wie habe ich meine Zukunft zu gestalten?“ nicht zu beantworten weiss.

2. Einleitung

Die Helvetier sind vom Kulturstamm der Kelten, die Kelten wiederum sind ein alt europäisches Gebilde. Auch Indoeuropäer genannt. Der Name Helvetier kommt nicht etwa von ihnen selber, sondern von den Römern. Dies ist damit zu erklären, dass man von den Römern als erstes etwas erfahren hat von den Helvetiern. Heutzutage ist es schwierig zu verstehen, wie die Helvetier früher gelebt haben. Mancherorts hört man sogar, es sei unmöglich sich in die Welt der Kelten zurückzuversetzen. Die Kelten hatten eine ganz andere Lebensauffassung als wir es heute haben. In unserer heutigen Gesellschaft steht der Mensch im Vordergrund, bei den Kelten war es die Natur, welche verehrt und hoch gehalten wurde. Das Leben im Diesseits war ihnen nicht mehr Wert als das Leben im Jenseits. Es gibt keine politische Organisation bei den Kelten. Die verschiedenen autonomen Stämme heissen: Helvetier, Rauriker, Allobroger, Sequaner, usw. Innerhalb der Stämme gibt es noch Teilstämme (pagi, Gaue). Ein Teilstamm der Helvetier waren die Tiguriner. Ein Gau ist aus mehreren Sippen zusammengesetzt. Und eine Sippe ist eine Familie aus mehreren Generationen mit ihren Hörigen und Leibeigenen. Das Problem bei der Geschichtsforschung über die Kelten ist, dass sie nichts aufgeschrieben haben. Das einzige, was über die Kelten vorhanden ist, sind Berichte von anderer Seite (z.B. Römer, Griechen), sowie heutige archäologische Funde.

3. Zeitlich:

Die Zeitabschnitte werden heute künstlich eingeteilt. Hallstattzeit: 700 v. Chr. bis 500 v. Chr. Latènezeit: 500 v. Chr. bis ca. 58 v. Chr. Römische Zeit: 58. v. Chr. Bis zu den Alemannen(Germanen). Die Helvetier sind nicht plötzlich eingewandert, sondern aus der bestehenden Bevölkerung heraus entstanden. Das Gebiet der Helvetier umfasst das Flachland vom Genfersee bis zum Bodensee, sowie teilweise das heutige Süddeutschland. Es wurden auch schon die Alpen begangen. Dies beweist ein Fund in Erstfeld. Die Helvetier lebten in der Latènezeit.

4. Bild der Kelten

Der griechische Gelehrte Poseidonios hat um 100 v. Chr. die Kelten wie folgt beschrieben: „Die Galater (Kelten) sind von hohem Wuchse; ihr Fleisch ist von säften strotzend und ihre Hautfarbe ist weiss; das Haar ist nicht schon von Natur aus blond, sondern sie verstärken auch noch durch künstliche Behandlung diese Eigentümliche Farbe: Sie netzen nämlich die Haare immerfort mit Kalkwasser und streichen es von der Stirne rückwärts gegen den Scheitel und den Nacken, so dass ihr Aussehen dem Satyrn und Pane gleicht (griech. Halbgötter). Die Haare werden nämlich durch diese Behandlung auch immer dicker, so dass sie sich von einer Pferdemähne nicht mehr unterscheiden. Den Bart scheren einige ganz ab, andere lassen ihn zu massiger Grösse wachsen. Ihre Edlen rasieren sich die Wangen, den Knebelbart dagegen lassen sie lang wachsen, so dass der Mund ganz verdeckt wird. Beim Essen hat daher der Bart mit den Speisen zu tun, und wenn sie trinken rinnt das Getränke wie durch einen Seiher ... Die Frauen stehen nicht nur in der Leibesgrösse den Männern nicht nach, sondern nehmen es auch in der Stärke mit ihnen auf.“ (Zitat: Die Helvetier – Andres Furger – NZZ Verlag S.9)

5. Keltische Söldner

Es gab früher schon vereinzelt keltische Söldner an den Fürstenhöfen. Diese wurden von den reichen Gastgeschenken der Fürsten aus dem Süden angezogen. Ich wage zu Behaupten, dass die heutige Schweizergarde indirekt von verstossenen Kelten, die aus dem Stamm verbannt wurden, ja sogar von Helvetiern stammen könnte, welche schon damals für Rom gedient hatten.

6. Schmuck der Kelten

Die Kelten trugen Schmuck aus Gold. Dies waren vorwiegend Hals- und Armringe, sowie Halsketten. Der Halsring bedeutete auch, wie sie das Leben und Sterben verstehen. Diese Ringe wurden nicht tagtäglich, sondern nur an bestimmten religiösen Feiern getragen wurden.

7. Die Druiden

Cäsar hat die Druiden wie in der folgenden Zusammenfassung beschrieben: Es gibt 2 Stände, welche Anerkennung und Ehre geniessen. Die Druiden und die Ritter. Die Druiden leiten den Gottesdienst. Sie sind Richter bei Streitigkeiten und fällen das Urteil. Sie sind die weisen Männer in ihrem Stamm. Die Druiden geniessen auch Vorzüge. Sie müssen nicht mit in den Krieg ziehen, Sie haben keine Abgaben zu zahlen usw. Viele der jungen Männer wollen Druiden werden. Sie werden auch von ihren Eltern dazu aufgefordert. Eine Lehre zum Druiden kann 20 Jahre dauern. Die Zeit ist darum so lang, weil alle Verse auswendig gelernt werden müssen. Es ist eine Sünde, wenn etwas auf Papier aufgeschrieben wird. Der Sinn davon ist, dass sich die Lehre nicht unter der Menge verbreitet und auch, dass sich die Druiden, auf ihr geschriebenes verlassend, das Gedächtnis nicht mehr üben.

8. Helvetische Kriege

Junge Helvetier aus dem Stamm der Tiguriner zogen ab 111 v. Chr. zusammen mit germanischen Kimbern und Teutonen, die ab 120 v. Chr. aus Jütland (Dänemark) ausgewandert waren, nach Südfrankreich. Zunächst mussten die Römer verschiedene Niederlagen einstecken, unter anderem 107 v. Chr. gegen die Tiguriner unter ihrem jungen Anführer Divico an der Garonne bei Toulouse (Südfrankreich). Die besiegten römischen Soldaten wurden von Divico unter einem Joch durchgeschickt. Dies war eine Schmach, die ihm die Römer nie vergessen haben. Ab 101 v. Chr. wendete sich das Blatt: Die Römer schlugen die Kimbern und Teutonen vernichtend und rückten nach Norden vor. Um 100 v. Chr. siedelten die Tiguriner südlich des Neuenburgersees bei Aventicum (Avenches VD) an. Aufgrund der Zunahme des germanischen Druckes von Norden, beschlossen die verschiedenen Stämme der Helvetier um 61 v. Chr. auf Drängen des einflussreichen Adligen Orgetorix (keltisch = König der Totschläger), aus der Schweiz nach Südfrankreich auszuwandern. Orgetorix wurde allerdings verdächtigt, nach einer Alleinherrschaft über die Helvetier zu streben. Darum wurde er 60 v. Chr. ermordet. Nichts desto trotz hielten die Helvetier an der beschlossenen Auswanderung fest, verbrannten ihre Häuser und Vorräte, die sie nicht mitnehmen konnten und brachen im Frühling 58 v. Chr. unter Führung des mittlerweile greisen Divico auf. 8.1. Schlacht bei Bibracte (58v. Chr.) Bei Bibracte kam es zum zusammenstoss mit Julius Cäsar. Die Helvetier hatten das verhängnisvolle Pech als erstes Keltenvolk gegen Cäsar anzutreten. Die Helvetier erreichten die Saône. Dort haben die Römer zum ersten mal hinterlistig zugeschlagen. Dreiviertel der Helvetier haben den Fluss überquert, nur noch der Stamm der Tiguriner war dortgeblieben. Er uberrumpelte die nichtsahnenden Tiguriner und liess dort die meisten niedermetzeln. Einige konnten fliehen und versteckten sich in den Wäldern. Divico wollte mit Cäsar verhandeln und überquerte den Fluss. Er wollte Frieden schliessen, denn Sie sind nicht ausgewandert um gegen die Römer zu kämpfen, sondern weil das Gebiet von Ariovist (germanischer Heerkönig) bedroht war. Divico sprach: „Wenn das römische Volk mit den Helvetiern frieden schliesse, würden sie in die Gegend ziehen und dort bleiben, wo Cäsar sie ansiedeln und haben wolle. Wenn er jedoch auf den Krieg bestehe, solle er an die alte Niederlage des römischen Volkes und die alterprobte Tapferkeit der Helvetier denken. Wenn er unvermutet einen Stammesteil überfallen habe, während die, welche bereits über den Fluss gesetzt seien, ihren Landsleuten keine Hilfe bringen konnten, so solle er deswegen nicht allzusehr auf seine Heldentat pochen, noch sie selbst unterschätzen. Von ihren Vätern und ahnen haben sie gelernt, mehr durch Tapferkeit etwas zu erreichen als sich auf Tücke und Hinterlist zu verlassen. Er solle es daher nicht dazu kommen lassen, dass der Ort, wo sie ständen von einer Niederlage des römischen Volkes und dem Untergang seines Heeres einen Namen erhalte und in der Nachwelt weiterlebe.“ (Zitat: Die Helvetier – Andres Furger – NZZ Verlag S.110) Cäsar aber war nicht an einer diplomatischen Lösung interessiert, sondern viel eher am Krieg. Er stellte die Forderung, dass Reparationszahlungen an die befreundeten Häduer und Allobroger gemacht werden müssen, sowie Geiselstellung der Helvetier. Daraufhin kam die stolze Antwort von Divico: „Die Helvetier seien von ihren Vätern so erzogen worden, dass sie Geiseln zu empfangen, nicht zu stellen pflegten. Dies könne das römische Volk bezeugen.“ (Zitat: Die Helvetier – Andres Furger – NZZ Verlag S.110f.) Mit diesem Satz erinnerte Divico die Römer an die Niederlage vor ca. 50 Jahren und an das Joch unter dem sie sich zu beugen hatten. Danach zogen die Helvetier weiter. Cäsars Truppen, die ihnen folgten, hielten einen grossen Abstand, da 500 berittene helvetische Reiter Cäsars Truppen in Panik versetzten und ihnen eine empfindliche Niederlage beibringen konnten. Die Helvetier waren ermutigt, dass Sie die Römer geschlagen haben und griffen auf einmal Cäsars verfolgende Truppe an. Somit kam es zur Schlacht bei Bibracte. Cäsar stellte alle Truppen auf, die er hatte. Und auch die Helvetier stellten sich auf. Das Problem der Helvetier war, dass sich die römischen Wurfspiesse zugleich in mehrere Schilder der Helvetier bohrte und Sie damit behindert waren. Nichts desto trotz kämpften Sie ohne Schilder weiter. Schlussendlich haben sich die Helvetier zurückgezogen. Der Tross(Wagenburg) der Helvetier wurde noch lange umkämpft und fiel dann in römische Hände. Ein grosser Teil der Helvetier konnte das Schlachtfeld ungehindert verlassen. Cäsars Bericht über die Schlacht, war wohl ein bisschen übertrieben. Nach seinem Bericht sollte 1 Römer 6 Helvetier getötet haben. Klar ist, dass beide Seiten erhebliche Verluste davongetragen haben. Jedoch musste Cäsar 3 Tage auf dem Schlachtfeld bleiben um die Toten zu begraben und die Verwundeten zu pflegen. Ein grosser Teil der Helvetier konnte das Schlachtfeld ungehindert verlassen. Cäsar schrieb, er habe gewonnen. Aber genau so wäre auch ein Unentschieden möglich. Die Schlacht dauerte nicht etwa ein paar Minuten. Nein, es wurden mehrere Stunden lang gekämpft! Fast den ganzen Tag lang. Die Helvetier zogen weiter nach Norden. Nach 4 Tagen kamen sie bei den Lingonen an. Dort hatten sie Hilfe erhofft. Aber bekamen diese nicht, weil Cäsar den Lingonen gedroht hatte. Danach sollen die Helvetier kapituliert haben und sind zurück in die „Schweiz“ gewandert. Die Unterwerfung der Helvetier durch die Römer begann. 8.2. Genauer Verlauf der Schlacht bei Bibracte Helvetischer Angriff: Römische Reiter können der helvetischen Kavallerie nicht standhalten. Der römische Pilum (leichter Wurfspiess) Einsatz verschafft Überlegenheit und die helvetischen Reiter ziehen sich zurück. Langer verlustreicher Kampf auf beiden Seiten: Nach dem Abschuss von Fernwaffen: Pilum, Wurflanzen, kam es zum Kampf Mann gegen Mann. Rückzug der Helvetier: Rückzug zum Gepäck, sowie zu Wagenburg. Die Wagenburg konnte nicht sofort abziehen, sondern wurde noch umkämpft. Aber schlussendlich fiel diese in römische Hand.


9. Religion

Von der keltischen Religion, welche heutzutage heidnische Religion (Heidentum) genannt wird oder auch nordische Mythologie, ist in der Gesellschaft nicht mehr viel vorhanden. Der Grund liegt an der Christianisierung, welche Europaweit durchgeführt wurde. Und bei den Helvetiern natürlich bei der Romanisierung anfangs unserer Zeitrechnung. Die Religion unterscheidet sich wesentlich von anderen Religionen. Der Grundlegende Unterschied liegt darin, dass die ganze Religion mit der starken Bindung zur Natur entstanden ist. Ich möchte hier die Religion nicht ausführlich beschreiben, da dies ein viel zu grosses Thema ist. Aber ein klein wenig möchte ich das Thema anschneiden.

9.1. Walhalla

Sie glaubten nicht an einen, sondern an viele Götter. Der höchste Gott aber war für sie Odin oder Wotan. Wotan kann der Kriegsgott sein oder aber auch der höchste Gott. Die tapfersten Krieger, welche bei einer Schlacht fielen, wurden von den Walküren nach Walhalla getragen. Dort angekommen waren sie wieder geheilt und unverwundbar. Sie konnten ihre Kampfkünste durch das Training miteinander verbessern, um irgendwann gegen die Riesen in den Krieg zu ziehen. Am Abend sassen sie alle bei Odin am Tisch und tranken mit ihm. So war die Vorstellung. Wobei dies nur ein kleiner aber bekannter Ausschnitt aus dem Glauben der Kelten ist. Es gibt auch eine keltische Bibel. Diese wurde von einem geistlichen aus Island geschrieben. Er hat alle Sagen, welche er vernommen hat aufgeschrieben. In der Edda hat es viele komplizierte Verse. Jedoch darf man nicht ohne kritischen Blick alles für Gold halten, was dort geschrieben ist.

9.2. Das Totenfest

In der Nacht zum 1. November. An diesem Zeitpunkt glaubte man, dass der Graben zwischen Tot und Leben am geringsten sei. Man schützte sich, indem man Kürbisse mit schrecklichen Gesichtern schnitzte. Jetzt wird wohl jedem ein Licht aufgehen, wenn er Kürbisse hört. Ja, dieses Fest wird heute noch gefeiert. In Amerika hat es überlebt. Es nennt sich „Halloween“. Dieses Fest war so fest verwurzelt, dass das Christentum das Allerheiligen erfand.

9.3. Andere Feste

Auch Weihnachten stammt aus dem keltischen. Man verehrte die Natur indem man etwas davon in die eigene Stube holte. Das heisst, es wurde ein Bäumchen in die Stube geholt und mit Stroh und Äpfeln! Verziert. Unser heutiges Osterfest ist nichts anderes als das keltische Ostara Fest.

10. Gesellschaftliches

Am einfachsten nachvollziehbar wie die Helvetier gelebt haben ist, wenn man „Asterix und Obelix“ liest. Es wird sicherlich nicht alles haargenau stimmen, aber im grossen und ganzen kann man es sich so am einfachsten Vorstellen. Ein paar Beispiele: - Einen Zaubertrank in dem Sinne hatten sie nicht. Was ihnen aber Kraft gab war ihr Glaube. - Wenn Obelix die Helme der Römer sammelte, knüpft dies daran an, dass die Kelten früher die Köpfe der besiegten Feinde abschnitten, nach Hause nahmen und stolz präsentierten. - Der rauhe Umgang miteinander, den wir beim Comic erfahren können, war in der Tat auch so. Bei Streitigkeiten wurde dies im Kampf untereinander ausgetragen. Da konnte es schon mal vorkommen, dass der schwächere starb. - Die Kleidung kann man sich in etwa so vorstellen wie im Comic. Autor: Thomas Mächler Die Helvetier 06.05.04 Seite 9 von 11 Die Kelten legten auch einen grossen Wert auf die Körperpflege. Sie benutzten Seife, Scheren, Rasiermesser, Kämme, Pinzetten, Spiegel usw. Für sie war unsere heutige diplomatische Immunität eine Selbstverständlichkeit.

10.1. Frauen

Die Frauen hatten mehr Rechte als bei anderen Völkern. Sie konnten nach dem Tod eines Fürsten das Sippenoberhaupt antreten. Die Frauen kann man zurecht als Amazonen betrachten, da sie in der Körperkraft den Männern nichts nachstanden. Sie hatten auch eine Stimme bei Streitigkeiten und konnten sich ihren Ehegatten frei aussuchen.

10.2. Nahrung

Die Kelten waren Landwirte und Viehzüchter. Sie bauten Weizen, Hirse, Gerste usw. an. Sie hatten grosse Herden an Schafen, Schweinen, Ziegen und Rindern. Ich bin kein Ernährungsexperte, aber nach meiner Ansicht ist dies eine sehr gesunde Ernährung, welcher sie auch ihre Körperkraft zu verdanken haben.

11. Weiterleben unter römischer Besatzung

Die römische Besatzung bedeutet ein scharfer Einschnitt in die Geschichte der Helvetier. Aufgrund der Funde kann man sagen, dass der Wechsel schlagartig verlief. Anstelle der bunt bemalten Keramik treten jetzt die glänzende, rotbraune Terrasigilata (Urne) und manch andere neue Fundgattungen auf. Eine der beiden frühesten römischen Kolonien war Colonia Raurica (Augst), heute als Augusta Raurica bekannt. Was offensichtlich wechselte waren die Gebäude. Die Häuser der Kelten wurden abgerissen und nach römischer Art wieder aufgebaut, sowie Strassen, Militäreinrichtungen usw. Die Verwaltungssprache war natürlich auch lateinisch. Was geblieben war, ist die Umgangssprache. Diese war weiterhin keltisch. Auch die einheimischen Trachten wurden von einer Vielzahl der Bewohner weiterhin getragen. Der letzte offene Kampf gegen die Römer fand in den Jahren 68/69 n. Chr. statt. Jedoch erfolglos. Nach einer 400 jährigen römischen Herrschaft konnte aus den Resten der Kultur keine neue lebensfähige Grundlage mehr erwachsen. Das zeigt sich auf dem Gebiet der Religion deutlich. Das Christentum bildete die stärkste Kraft und wurde zur wichtigsten kulturellen Klammer.

12. Schlusswort

Ich hoffe nun sehr, dass ich einen Einblick in die Welt vor uns geben konnte. Natürlich habe ich viele neue Erkenntnisse gewonnen, welche ich hier nennen möchte. Das Vorurteil über die Kelten ist ausnahmslos, dass sie wilde Barbaren waren, die nur Krieg geführt haben. Das ist das Bild, welches uns Cäsar liefert, da er sie fast nur im Kampf beschrieben hat. Und da vertraten sie ihren Glauben und dies natürliche auf barbarische Art. Ansonsten hatten sie eine hohe Gesellschaftsform. Nur schon die Art, wie Divico gesprochen hat, natürlich ist dies mit Vorbehalt zu geniessen, zeugt von einem gebildeten und ehrenhaften Volke. Was wir von den Kelten lernen können ist der bewusste Umgang mit der Natur. Sie lebten im Einklang mit ihr, wir nutzen sie aus und zerstören sie. Die Naturheilmittel welche die Druiden hatten sind uns kaum Erhalten geblieben. Dies ist schade, denn diese Kraft könnte uns sehr nützlich sein. Heutzutage ist uns nichts bewusstes Erhalten geblieben von den Kelten. Aber unbewusst sind viele der christlichen Feste eigentliche keltische. Was uns auch zu einem kleinen Teil erhalten geblieben ist, ist die Sprache. Am ehesten aber in den Namen der Gemeinden. Nun verstehe ich auch, weshalb wir in der Schweiz Leute mit blonden, roten, braunen und schwarzen Haaren haben. Und Leute mit blauen, braunen und grünen Augen. Das blonde und rote Haar und die blauen Augen sind von den Kelten und Germanen, das schwarze Haar und die braunen Augen von den Römern (Italiener). Wiederum hatten auch Germanen teilweise dunklere Haare. In unserer heutigen aufgeklärten Welt wird man teilweise als geistig Verwirrter oder Angehöriger eine Sekte angesehen, wenn man an Odin glaubt. Aber dieser Glaube erst, hat die Kelten dazu bewegt ohne Rücksicht auf Verluste zu kämpfen, denn es konnte nur schöner werden, wenn man stirbt. Aber man musste sich vorher im Kampf beweisen, darum gaben sie alles. Wer also erzählt, dass der Glaube keine Rolle spielt irrt sich gewaltig. Dieser alleine hält die Kultur, die Menschen und das Land am Leben. Die Geschichte hat dies ausnahmslos gezeigt. Und hier finde ich auch die Antwort auf die Frage: „Wie habe ich meine Zukunft zu gestalten?“. Der Glaube an die Götter ist nichts verkehrtes. Er ist sogar dringend notwendig für unsere Zukunft.

13. Quellenverzeichnis

13.1. Literatur

Die Helvetier, Kulturgeschichte eines Keltenvolkes – Andres Furger – NZZ Verlag Die Kelten, das Volk das aus dem Dunkel kam – Gerhard Herm – Bechtermünz Verlag


Quelle

Die Helvetier

Geschichtsarbeit Bia6c im April 2004 bei Dr. Jürg Fink

Autor: Thomas Mächler

Berufsmaturitätsschule Zürich


Alemannen lebten im Vorfeld des römischen Reiches (Limes)

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