Postgeschichten PTT: Unterschied zwischen den Versionen

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Vollgummireifen und mit Karbidlampen
 
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''Steuermann: Jakob Leuthard, geb. 1885, von Merenschwand''
 
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Aktuelle Version vom 4. Dezember 2021, 14:37 Uhr

Nr.43 Juni 1989 Ottebächler. Autor: Kurt Leutert

Aus der Postgeschichte Ottenbachs

Bevor eine eigentliche Post im heutigen Sinne existierte, bewältigten Boten der Klöster, der Regierungen usw. den spärlichen Verkehr. Später hatten auch einzelne Dörfer eigene Boten und Fergger, die zum Beispiel auf dem Züriweg über Baldern - Manegg in die Stadt marschierten. So ist ein Bote aus Ottenbach bekannt, der jeden Dienstag und Freitag beim Weinschank Meyer auf dem Münster in Zürich einkehrte. Er nahm Briefe mit und führte auch andere Aufträge aus. Knonau, als Sitz der Bezirksbehörden, erhielt schon 1825 ein Postbüro. 1825 bewilligte der Grosse Rat in Zürich auch einen Kredit von 8000 Gulden an die Kosten einer neuen Strasse Zürich - Affoltern - Knonau. Diese wurde innert zwei Jahren erstellt und dann vom Pferdepostwagen Zürich - Luzern befahren. So konnte allfällige Post zwei- bis dreimal pro Woche von den Gemeindeboten in Knonau überbracht und abgeholt werden.

1842 eröffnete auch Affoltern ein Postbüro und als dann ungefähr 1844 auch in Ottenbach eine eigene Poststelle entstand, konnte bereits täglich einmal die Post in Affoltern geholt werden. Der Posthalter musste sie anschliessend auch gleich im Dorf austragen.

Nach Angaben der Kreispostdirektion Zürich befand sich das Postlokal seit jeher mehr oder weniger im Dorfzentrum. Der erste Amtsinhaber hiess U. Hug. Er versah seinen Dienst bis 1848. Dann folgten Johann Jakob Sidler bis 1852 und Johann Jakob Funk für den Rest des Jahres 1852. Länger führte die Familie Leutert das Büro. Melchior Leutert- Weiss starb leider 52jährig im Jahre 1856. Darauf übernahm sein Sohn Heinrich den Posten. Aber auch er wurde als 24jähriger 1861 dahingerafft. Dann führte die Mutter den Betrieb weiter, bis sie 1872 ihr Schwiegersohn Ulrich Leutert und Tochter Barbara ablösten. 1877 bis 1899 betreute der Postwirt Jakob Hegetschweiler das Postbüro. Dann führte David Hegetschweiler beim Neuhof die Geschäfte.

1931 übernahm seine Enkelin Martha (verheiratete Bär- Hegetschweiler) die Amtsgeschäfte Sie amtete volle 41 Jahre als Posthalterin. Seit 1972 stand Anton Vögele bis zu seiner Pensionierung dem Postbüro Ottenbach vor.

Das jetzige neue Postbüro im Mehrzweckgebäude Dorfplatz 2, gehört den PTT und wurde 1982 in Betrieb genommen.

Ende des Postbüros:

Am 31. August 2018 wurde die Poststelle Ottenbach, Dorfplatz 2, geschlossen. Eine sog. Postfiliale befindet sich ab 1.September 2018 im VOLG-Laden, Dorfplatz 3. Die traurigen Sparübungen der Schweizer Post, finden ihren Höhepunkt in einer gelben Ecke in der "grösse" von einem Quadratmeter im Lebensmittelladen!

Mit zunehmendem Postverkehr zirkulierten die Botenkurse mit Pferden. Eine reguläre Postwagenverbindung Bremgarten - Ottenbach - Affoltern - Zug ersetzte 1855 den im Jahr zuvor eingeführten Fahrbotenkurs, wobei auch schon einige Reisende mitgenommen wurden.

Einen Aufschwung für den Bezirk bedeutete die Inbetriebnahme der Bahnlinie Zürich - Affoltern - Zug - Luzern am 1 . Juni 1864, was auch vermehrt Reisende brachte. Nun wurde ein neuer Postwagenkurs von Affoltern über Zwillikon und die neue Reussbrücke nach Muri geführt. Die Reisezeit betrug damals 1 Stunde und 25 Minuten.

Postauto 1906.jpg
Werbekarte der Postautolinie Affoltern a.A.-Muri AG. Dat.1910

Als ganz besondere Attraktion befuhr ab 1. April 1906 ein Postauto die Strecke zwischen Affoltern und Muri. Es war eines der ersten in der Schweiz überhaupt. Der Kurs wurde von der Automobilgesellschaft Affoltern- Muri betrieben, und zwar mit einem modernen Orionwagen mit 12 Plätzen. Auf Vollgummireifen und mit Karbidlampen ausgerüstet, verkehrte das Gefährt mit Steuermann und Billeteur zwischen den beiden Bezirkshauptorten über Obfelden, Ottenbach, Merenschwand mit einer Geschwindigkeit von 17 Stundenkilometern. Leider benützten die Reisenden das moderne Verkehrsmittel zu wenig; es stellten sich etliche Pannen ein, so dass die ganze Sache wegen mangelnder Rentabilität nicht einmal ein ganzes Jahr dauerte (bis 16. Jan. 1907). Daraufhin wurden die Postpferde wieder eingesetzt, bis dann 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach und der Kurs endgültig dahinfiel.

Im Jahre 1920 verkehrte dann wieder ein Postauto, das auf der Linie Sihlbrugg - Affoltern - Bremgarten verschiedene Kurse ausführte. Seither sind überall neue Linien eröffnet worden, und die gelben Postautos sind heute nicht mehr wegzudenken.

Text zu Foto:

Das erste Postauto von Muri nach Affoltern am Albis:

In Betrieb vom 1.April 1906 bis 15. Januar 1907 Orionwagen der Automobilgesellschaft Affoltern - Muri, 12 Plätze, Karbidlampen, Vollgummireifen, Steuermann: Jakob Leuthard, geb. 1885, von Merenschwand Billeteur: Gottlieb Fischer, geb. 1878, von Merenschwand


Autor: Kurt Leutert, Juni 1989


Nachruf: > Leutert-Kohler Kurt *15.Dezember 1923 - 24.Dezember 2011

Nachruf: > Leutert-Kress Wilfried 1920-2010

Ein langes Stück Postgeschichte schrieb auch Werner Leutert-Haas, Postbote' Lesen bei > Leutert-Haas Werner 19.12.1935 - 8.11.2009


1877 bis 1899 betreute der Postwirt Jakob Hegetschweiler das Postbüro.

Mehr über die Geschichte des Restaurants Post Ottenbach, bei Post Restaurant. Brand Restaurant Post 1963



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