Hochwasser Reuss

Aus Ottenbach
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Im Wikipeter- Artikel „Ottenbach – Dorf an der Reuss“ – ist die Reuss aus vielen Aspekten beschrieben. Auch im Buch von Historiker Bernhard Schneider „Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit“ (Erhältlich in der Gemeindekanzlei Ottenbach) wird viel Wissenswertes berichtet.

In diesem Wikipeter- Artikel wird versucht, Zahlen und Fakten über die Hochwasser der sog. Mittelland-Reuss zwischen Luzern und der Mündung in die Aare bei Brugg aufzulisten. Als Ottenbacher-Wiki-Seite wird speziell auf Reuss Ereignisse mit Bezug zu Ottenbach eingegangen.

Der Artikel ist im Aufbau. Meldungen und Korrekturen sind erbeten unter peter.eichhorn@gmx.ch

  • 1415 wurde die grosse Reussschleife zwischen Ottenbach und Birri-Merenschwand abgeschnitten (2)
  • 17. Juli 1770 Dammbruch im Gebiet Tüepel (beim heutigen Reusswehr oberhalb des Kanals) Ottenbach, der zu einem „ziemlich starken Einbruch“ der Reuss geführt habe (1)
  • 1846 und 1847 Hochwasser mit Überschwemmung der Reussebene (2)
  • 1857 stimmte der Grosse Rat des Kantons Aargau einem Projekt über die Reusstalentsumpfung zu. (2)
  • 1860 waren der Bau eines Hochwasserschutzdammes von Mühlau bis zur Brücke Rottenschwil sowie die Erstellung eines Kanalsystems auf der linken Reussseite abgeschlossen. (2)


  • 1874 Hochwasser. Die 1864 neu erbaut Holzbrücke in Obfelden wurde weggeschwemmt

Seit 1901 besorgt der Staat Zürich den Unterhalt des rechtsseitigen Reussufers bei Ottenbach auf seine Kosten. (1)

  • 15.Juni 1910 Hochwasser. Dammbruch etwa 250 m unterhalb der Reussbrücke Rickenbach -Obfelden, linke Reussseite. (5)
  • 14.Juni 1912 Hochwasser. Dammbruch in der Hagnau, ca. 1500 m oberhalb der Reussbrücke Rickenbach -Obfelden. Grosse Gebiete Überschwemmt. (5)
  • 27.Juni 1953 Sehr grosses Hochwasser, vergleichbar mit 14. September1999. Dammbruch ca. 250 m unterhalb der Reussbrücke Rickenbach -Obfelden. (linke Reussseite) mit grossen Überschwemmungen der Reussebene.(2)(3) (5)

1969 Nach jahrelangen politischen Kämpfen wurde die Sanierung der 20 km2 grossen aargauischen Reusstalebene von Kanton und Bund beschlossen. Das 200 Millionenwerk beinhaltet die Erhöhung der Hochwasserschutzdämme, ein neues Kanalsystem mit Pumpwerken zur Entwässerung und den Neubau des Flusskraftwerkes bei Zufikon. Die landwirtschaftlichen Flächen erhielten eine neue Einteilung durch die gleichzeitig durchgeführte Güterregulierung. (Melioration) Aber auch der Natur wurden viele Schutzgebiete zugewiesen und ein entsprechendes Gesetz zur Pfleg und Erhaltung verabschiedet. Bauzeit: 1972 bis 1983

  • 17.Juni 1979 Hochwasser

Beim Pontonierhaus Ottenbach oberhalb der Brücke Ottenbach steht eine dreiteilige Eisenplastik. Dort sind die untenstehenden Hochwassermarken in der richtigen Höhe eingetragen. Sehr beeindruckend, welche Wassermassen die Reuss jeweils führte!

  • 14. September 1999 Hochwasser Der 3.-höchste Wasserstand
  • 22.August 2005 Hochwasser Der höchste, je gemessene Wasserstand
  • 9.August 2007 Hochwasser Der 2.-höchste Wasserstand

Hochwasserereignis 2005

Die extremen Niederschläge vom 19. bis 22. August 2005 haben bei den von der Abteilung Hydrologie des Bundesamtes für Umwelt betriebenen Messstationen zu ausserordentlich hohen Werten geführt. An vielen Stellen wurden Rekorde erzielt . Verantwortlich für die starken Niederschläge war die als Vb-Lage bekannte Entwicklung. Bei dieser Wetterlage dehnt sich ein Tiefdruckgebiet aus dem Raum Frankreich zum Golf von Genua aus und zieht von dort weiter über die östlichen Alpen nach Norden. Dabei werden feuchtwarme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum über die Alpen verfrachtet, mit nordöstlichen Winden zum Alpennordhang zurückgeführt und dort gestaut.

Die Auswertung der provisorischen Daten zeigt, dass die Fläche der betroffenen Gebiete grösser war als beim Hochwasserereignis von 1999. Die damals geschädigten Regionen wurden 2005 grossenteils erneut heimgesucht, zusätzlich traf es neue Gebiete an der Saane und in Graubünden. Glimpflicher lief das Hochwasser im Jura und in Teilen der Ostschweiz ab. (4) Höchster Abfluss seit 1906

  • Reussabfluss in Mellingen Jahresdurchschnitt 1979 75% Vierwaldstättersee, 13% Kleine Emme, 6% Lorze, 6% Kleinere Bäche.
  • 17.Juni 2005 51% Vierwaldstättersee, 42% Kleine Emme. Diese Superposition tritt sehr selten auf. (3)
  • 22. August 2005 Reuss-Mühlau 839 m2/s Mittelwert 200 m2/s

Nach den Berechnungen der Hydrologen wird dieser Spitzenabfluss alle 200 Jahre erreicht!(4)

Die Reusstalsanierung von 1972 bis 1983 (siehe oben) hat sich 2005 bewährt. An den meisten Orten stand das Wasser bis zur Dammkante. An einigen wenigen Orten musste die Dämme mit Sandsäcken erhöht werden.

Bei den Berechungen der Dämme wurde eine Freikante von 50 cm bei einem Jahhunderthochwasser als Sicherheit einbezogen.Diese Reserve wurde nun schon 2005 beansprucht! In Fachkreisen wurde von einem Jahrtausendhochwasser gesprochen.


Der Artikel ist im Aufbau. Meldungen und Korrekturen sind erbeten unter peter.eichhorn@gmx.ch


Quellen:

(1) Schneider, „Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit“ 1986

(2) Projektleitung Reusstalsanierung und Aargauisches Elektrizitätswerk „Das Reusstal wird gesund) 1970

(3) Regierungsrat Kanton Aargau 1982 „Sanierung des Reusstals, ein Partnerschaftswerk“

(4) www.bafu.admin.ch/hydrologie

(5) Wilfried Leutert „100 Jahre Pontonierfahrverein Ottenbach“ 1988