Die grösste Ottenbacherin: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Die grösste Eiche im Ottenbacher Wald'''
 
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Unsere Baumriesin steht im Witenlaach am Stampfenbächli (Koordinaten ca. 673’750/238'100), auf dem Isenberg. Ein sehr eindrückliches Exemplar mit dem lateinischen Namen Quercus robur L. = Stiel- oder Sommereiche. Sie hat den Orkan „Lothar“ vom 26.12.1999, sowie die Stürme 1993 und 1967 gut überstanden. Der Wald in diesem Gebiet gehört der Holzkorporation Ottenbach. (HKO) In den Jahren 1955/60 wurde der bestehende Laubwald parzellenweise geholzt. Schon damals war die oben genannte Eiche ein stattlicher Baum; der  Verkauf des gut gewachsenen Stammes hätte eine schöne Summe eingebracht. Die HKO  machten es sich aber nicht leicht. Die um den Baum versammelten Mitglieder beschlossen nach eingehender Diskussion die grosse Baumsäge nicht anzusetzen! Der amtierende  Förster Jakob Schneebeli- Suter (Beiname „Lieni“) bekam darauf von der Versammlung den Auftrag, jedes Jahr den Stammzuwachs zu messen. Wie der damalige Präsident der Holzkorporation Ottenbach, Werner Leutert- Kohler, mitteilte, erfüllte er diesen Auftrag getreulich. Und die Eiche nahm rasch zu an Stamm und Krone. Heute hat sie '''auf Brusthöhe einen Umfang von 400 cm!'''  Der schön gewachsene Stamm würde  ca. 7 m3 Nutzholz ergeben. Die Gesamtholzmenge beträgt ca. 15- 20 m3! Da unsere Riesin offensichtlich stark gewachsen ist, schätzt sie Förster Fritz Scheidegger trotz ihrer Grösse  auf „nur“ ein Alter zwischen 150 und 200 Jahren. Sehr erstaunlich ist, dass der Orkan Lothar westlich der Eiche auf einer Länge von ca. 100 m und in einer Breite von ca. 70 m alles Nadelholz  radikal niederwalzte! Als letzter Baum vor Lichtung hielt „unsere“ Eiche dem tobenden Lothar stand! Es lohnt sich  diesen Platz aufzusuchen, den Stamm anzufassen und vielleicht sogar die Kraft zu spüren, welche in ihm fliesst. Die Ottenbacher Zivilschützer haben hier beim Aufräumen geholfen, das Schwachholz zu Haufen geschichtet, damit auf den freien Flächen wieder angepflanzt werden kann.
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Unsere Baumriesin steht im '''Witenlaach''' am Stampfenbächli (Koordinaten ca. 673’779/238'124), auf dem Isenberg. Ein sehr eindrückliches Exemplar mit dem lateinischen Namen Quercus robur L. = Stiel- oder Sommereiche. Sie hat den Orkan „Lothar“ vom 26.12.1999, sowie die Stürme 1993 und 1967 gut überstanden. Der Wald in diesem Gebiet gehört der Holzkorporation Ottenbach. (HKO) In den Jahren 1955/60 wurde der bestehende Laubwald parzellenweise geholzt. Schon damals war die oben genannte Eiche ein stattlicher Baum; der  Verkauf des gut gewachsenen Stammes hätte eine schöne Summe eingebracht. Die HKO  machten es sich aber nicht leicht. Die um den Baum versammelten Mitglieder beschlossen nach eingehender Diskussion die grosse Baumsäge nicht anzusetzen! Der amtierende  Förster Jakob Schneebeli- Suter (Beiname „Lieni“) bekam darauf von der Versammlung den Auftrag, jedes Jahr den Stammzuwachs zu messen. Wie der damalige Präsident der Holzkorporation Ottenbach, Werner Leutert- Kohler, mitteilte, erfüllte er diesen Auftrag getreulich. Und die Eiche nahm rasch zu an Stamm und Krone. Heute hat sie '''auf Brusthöhe einen Umfang von 400 cm!'''  Der schön gewachsene Stamm würde  ca. 7 m3 Nutzholz ergeben. Die Gesamtholzmenge beträgt ca. 15- 20 m3! Da unsere Riesin offensichtlich stark gewachsen ist, schätzt sie Förster Fritz Scheidegger trotz ihrer Grösse  auf „nur“ ein Alter zwischen 150 und 200 Jahren. Sehr erstaunlich ist, dass der Orkan Lothar westlich der Eiche auf einer Länge von ca. 100 m und in einer Breite von ca. 70 m alles Nadelholz  radikal niederwalzte! Als letzter Baum vor Lichtung hielt „unsere“ Eiche dem tobenden Lothar stand! Es lohnt sich  diesen Platz aufzusuchen, den Stamm anzufassen und vielleicht sogar die Kraft zu spüren, welche in ihm fliesst. Die Ottenbacher Zivilschützer haben hier beim Aufräumen geholfen, das Schwachholz zu Haufen geschichtet, damit auf den freien Flächen wieder angepflanzt werden kann.
  
 
'''Die Eiche - Steckbrief'''
 
'''Die Eiche - Steckbrief'''

Version vom 3. Dezember 2021, 00:03 Uhr

Ottebächler Nr.101 Nov. 2000. Herausgeber: Gewerbeverein Ottenbach

Die grösste Eiche im Ottenbacher Wald


Sie sitzt nicht auf dem Dorfplatzbänkli, spaziert nicht an der Reuss, braucht nicht einzukaufen, geht an keine Gemeindeversammlung, war noch nie in der Ottenbacher Kirche, fährt weder Auto noch Rollerblades, sie ist sehr gesund, will noch weiterwachsen und – besonders wichtig – sie hat am 26. Dezember 1999 keinen Unfall erlitten:

Die grösste Eiche im Ottenbacher Wald

Unsere Baumriesin steht im Witenlaach am Stampfenbächli (Koordinaten ca. 673’779/238'124), auf dem Isenberg. Ein sehr eindrückliches Exemplar mit dem lateinischen Namen Quercus robur L. = Stiel- oder Sommereiche. Sie hat den Orkan „Lothar“ vom 26.12.1999, sowie die Stürme 1993 und 1967 gut überstanden. Der Wald in diesem Gebiet gehört der Holzkorporation Ottenbach. (HKO) In den Jahren 1955/60 wurde der bestehende Laubwald parzellenweise geholzt. Schon damals war die oben genannte Eiche ein stattlicher Baum; der Verkauf des gut gewachsenen Stammes hätte eine schöne Summe eingebracht. Die HKO machten es sich aber nicht leicht. Die um den Baum versammelten Mitglieder beschlossen nach eingehender Diskussion die grosse Baumsäge nicht anzusetzen! Der amtierende Förster Jakob Schneebeli- Suter (Beiname „Lieni“) bekam darauf von der Versammlung den Auftrag, jedes Jahr den Stammzuwachs zu messen. Wie der damalige Präsident der Holzkorporation Ottenbach, Werner Leutert- Kohler, mitteilte, erfüllte er diesen Auftrag getreulich. Und die Eiche nahm rasch zu an Stamm und Krone. Heute hat sie auf Brusthöhe einen Umfang von 400 cm! Der schön gewachsene Stamm würde ca. 7 m3 Nutzholz ergeben. Die Gesamtholzmenge beträgt ca. 15- 20 m3! Da unsere Riesin offensichtlich stark gewachsen ist, schätzt sie Förster Fritz Scheidegger trotz ihrer Grösse auf „nur“ ein Alter zwischen 150 und 200 Jahren. Sehr erstaunlich ist, dass der Orkan Lothar westlich der Eiche auf einer Länge von ca. 100 m und in einer Breite von ca. 70 m alles Nadelholz radikal niederwalzte! Als letzter Baum vor Lichtung hielt „unsere“ Eiche dem tobenden Lothar stand! Es lohnt sich diesen Platz aufzusuchen, den Stamm anzufassen und vielleicht sogar die Kraft zu spüren, welche in ihm fliesst. Die Ottenbacher Zivilschützer haben hier beim Aufräumen geholfen, das Schwachholz zu Haufen geschichtet, damit auf den freien Flächen wieder angepflanzt werden kann.

Die Eiche - Steckbrief

Die Eichen gehören zur Gattung der Buchengewächse. Es gibt weltweit etwa 600 Eichenarten und- Sorten, die alle ein gemeinsames und typisches Merkmal haben: die Fruchtform der Eichel. Die für Europa wirtschaftlich wichtigsten Eichenarten sind die Stiel- oder Sommereiche, Quercus robur L. und die Trauben- oder Wintereiche, Quercus petraea. Beide Eichenarten sind in Mitteleuropa weit verbreitet, allerdings bevorzugen sie unterschiedliche Standorte. Die Stieleiche stellt relativ geringe Ansprüche an das Klima; eine Mindestvegetationszeit von 4 Monaten mit einer Durchschnittstemperatur von über 10 Grad Celsius. Das Verbreitungsgebiet der Traubeneiche ist wesentlich kleiner. Beide Eichenarten sind typische Lichtbaumarten, die Traubeneiche etwas weniger. Das natürliche Lebensalter beider Arten liegt maximal zwischen 700 bis 800 Jahren, wobei aber Exemplare von 1000 bis 1200 Jahren keine Seltenheit darstellen. Beide Eichenarten sind intensive Tiefwurzler und weisen daher meistens eine geringere Sturmgefährdung auf als andere Bäume, wie auch der Ottenbacher Baumriese beweist.

Stieleichen werden 20 bis 35 m, max. 50 m hoch. Traubeneichen fallen kleiner aus, max. 40 m. Das Eichenholz kann vielfältig verwendet werden, z.B. als Bau- Möbel- und Parkettholz etc. Der relative Brennwert des Eichenholzes ist sehr hoch. Einige Vergleichszahlen: Buche 100%, Eiche 97%, Birke 82 %, Fichte (Rottanne) 71%.

Peter Eichhorn, Kommission für Natur und Landschaftsschutz (KNL, November 2000)

Für diesen Artikel habe ich freundlicherweise Informationen erhalten von:

Hans Häusermann, Aktuar HKO, Werner Leutert - Kohler, Alt- HKO- Präsident, Christian Kohler, Präsident Holzkorporation Ottenbach (HKO), Fritz Scheidegger, Revierförster.


Literatur:

-Tip für ein schönes Weihnachtsgeschenk: Der Schweiz. Waldwirtschaftsverband (www.wvs.ch) führt ein gutes Angebot an Literatur zu Wald und Holz bzw. zur einheimischen Flora bis hin zum „Keltischen Baumkreis“.

- „Wald und Holz“ 9/2000, Unsere Baumarten, Die Eichen, Dr. R. Beyse - Schweizerischer Forstkalender 1999, Verlag Huber, Frauenfeld



11.10.2000. Ein Jahre nach dem Sturm Lothar


Die grösste Eiche im Witenlaach, Isenberg, Waldbesitzer: Holzkorporation Ottenbach

Diese Aufnahme vom 11.10.2000, zeigt die Eiche ungewollt als Solitärbaum. Der Sturm Lothar hatte am 26.12.1999 ringsherum gewütet und reihenweise Wald gefällt, nur die Eiche hat dem Sturm stand gehalten.




Umfangmessungen:(gemessen ca. 160 cm über Boden)

5.Oktober 2011, Witenlaach bei der Eiche, ca.16.30 Uhr. Schönes Herbstwetter, 20°C

Zusammen mit mehreren Müttern und ihren Kinder und Begleitpersonen (Gaby Noser) aus Ottenbach, welche am Stampfenbächli spielten, den Umfang der Eiche gemessen; Oktober 2011: stolze 450 cm! Der Zuwachs von 50 cm seit 1960 lässt auf einen guten Gesundheitszustand der Eiche schliessen.

23.Feburar 2014. Die Umfangmessung der Eiche im Witenlaach ergab 450 cm. Kein Zuwachs seit dem 5.Oktober 2011. Foto im Adobe-Fotoshop pe.

24.November 2017 Die Umfangmessung der Eiche im Witenlaach ergab 450 cm. Kein Zuwachs seit der Messung vom 23.2.2014. pe.



November 2012

Gaby Noser Fanger, Geografin, Ottenbach

"Auf Eichen wachsen die besten Schinken oder Besuch bei der grössten Ottenbacherin"

CAS Naturbezogene Umweltbildung GM2

Kompetenznachweis 2.1: Dokumentation der Naturbeobachtung. 28.2.2012

Die grösste Eiche im Ottenbacher Wald ist das Objekt der 17seitigen A4 Dokumentation. Inhaltsverzeichnis: Einleitung , Besuchstagebuch, Tagebuch von drei Eichelschösslingen, Eichelrezepte und Selbstversuch, Rezepte mit Eichelmehl, Eichelkaffee, Wissenswertes zur Eiche.

Gaby Noser begleitet die Eiche und ihre Umgebung mit Beobachtungen und Fotografien von November bis Januar, macht verschiedene lehr- und aufschlussreiche Versuche mit Setzlingen, Eichelkaffee und Eichelmehl. Bericht geschenkt erhalten im November 2012, abgelegt unter „E“

Gabi Noser Fanger ist seit 2014 Gemeindepräsidentin von CH-8913 Ottenbach




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Die grösste Waldbesitzerin in Ottenbach ist die Holzkorporation Ottenbach. Mehr dazu > http://hkottenbach.ch/

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