Der Teppichklopfer aus Ottenbach ZH

Aus Ottenbach
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Ein Teppichklopfer ist ein Haushaltsgerät zum Reinigen von Teppichen, bestehend aus Weiden- oder Rattangeflecht, das in Schlingenform gearbeitet ist und in der Form an einen Tennisschläger oder, in seiner kleineren Version, an ein Kleeblatt erinnert. So steht’s im Wikipedia.

Das aufkommende „Plastikzeitalter“ machte aber auch vor dem handwerklich gefertigten Klopfer nicht halt. Und jetzt kommt Ottenbach ins Spiel:

1962 beauftrage die MIGROS den Inhaber der Kunsstofffabrik OBC, Otto Berli-Christen, Ottenbach, einen Teppichklopfer aus Plastik zu entwerfen. Berli übernahm für das nun farbige Gerät aus Polyäthylen die klassische Flechtform, wohl mit der Absicht, es für die Hausfrau sofort wiedererkenntlich zu machen. Heute (1990) kostet der industriell hergestellte Plastikklopfer um die 5 Franken. Spannteppiche und Staubsauger liessen Umsatz des einzigen Schweizer Produzenten schmelzen, die Produktion ist in den letzten 10 Jahren um die Hälfte zurückgegangen: 1988 verkaufte OBC gerade noch 12 800 Stück.

Zusammenfassung: Peter Eichhorn

Quelle: „Hochparterre“ Heft 6. 1990

Anmerkungen

1. Otto Berli- Christen (1916 – 1997) war Kaufmann in einer Kartonfabrik. Die Schwammplattenfabrikation (siehe auch unter Ein nicht alltägliches Kleingewerbe in Ottenbach) in Ottenbach betrieb er nebenbei. Später installierte er im Stall seines Elternhauses, an der Muristrasse 2, Spritzmaschinen für Kunststoffteile. Auch diese Fabrikation betrieb er zuerst neben seiner Berufsarbeit. Später entwickelte sich daraus das Kunststoffspritzwerk OBC – Otto Berli-Christen - (Fabrikgebäude Affolternstrasse 4) das später nach Merenschwand übersiedelt.

2. Traugott Meier (1914 – 1966), auch Meier Traugi genannt, wohnte im Haus das, zusammen mit dem ehemaligen Bauernhof Hegetschweiler, dem Neubau des Mehrfamilienhauses mit dem VOLG-Laden weichen musste. Seine Frau betrieb darin ein Coiffeurgeschäft für Damen und Herren. Traugi übernahm später die Schwammplattenfabrikation auf eigene Rechnung, arbeitete daneben aber immer bei der Firma OBC. Traugi war es auch, der sich 1954 einen der ersten Fernsehapparate in Ottenbach anschaffte.

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