Bach des Otto

Aus Ottenbach
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Oetenbach

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Cicerone Performance Dr. Rudolf H. Röttinger

Die Oetenbachgasse in der minderen Stadt

Geschichte

1285 64 Dominikanerinnen ziehen vom Oetenbach, dem heutigen Hornbach (im Zürichhorn am rechten Zürichseeufer), ins neue Kloster auf dem Sihlbühl (ein «Bühl» oder «Büchel» ist ein Hügel) nördlich des Lindenhofes. Julius ARTER und Walter BAUMANN (im Buch «Das Rennweg-Quartier») leiten den Namen «Oetenbach» von «öder Bach» ab. 1238 wird der Bach als «Otinbach» erwähnt; das Schweizerische Idiotikon und Annemarie HALTER leiten daraus «Bach des Otto» ab, was auch durch die heute noch kurze Aussprache des «Oe» belegt wird. «Otto» bedeutet «der Reiche», «der Begüterte» von althochdeutsch «ôt» «Erbgut, reicher Erbbesitz».

Der Oetenbach ist also der Bach, an dessen Ufern Ottos Gut lag oder an dem er Fischerei- oder andere Rechte besass.

Analog sind der «Oetenbach» in Steinen (Kanton Schwyz)

und der Gemeindename «Ottenbach» im Kanton Zürich zu erklären.

1286 wird das Kloster als «coenobium novum Oetenbach» erwähnt 1314 wird die Oetenbachgasse als «die gassen, da man von dem Renneweg hinufgat gen Oetenbach» erwähnt. 1524 Im Herbst 1524 verlässt die letzte Priorin, Schwester Küngolt von Landenberg, das Kloster Oetenbach. 1525 Am 1. Februar 1525 wird das Kloster im Rahmen der Reformation per Ratsverordnung aufgehoben. 1566 Im Frühjahr 1566 stirbt als letztes noch im ehemaligen Kloster lebendes Konventmitglied die Klosterfrau Eva Straessler. 1566 Der hintere Oetenbacherhof wird zum Sitz des städtischen Kornamts. 1567 Am 13. März 1567 stirbt Frau Margarethe Schneeberger; sie ist die letzte Oetenbacherin, die noch in der Stadt Zürich gelebt hat. 1637 Die zum grossen Teil noch unbenutzten Konventgebäude werden als kombiniertes Waisen- und Zuchthaus verwendet. 1771 Am 1. August 1771 wird das vom Zuchthaus separierte neue Waisenhaus bezogen. Vor dem Ersten Weltkrieg integriert Gustav Gull das 1911 verlassene Waisenhaus als Amtshaus I in die neue Überbauung. 1878 wird die Oetenbachgasse nördlicher und in tieferer Lage trassiert; das bisherige Erdgeschoss der südlich anliegenden Häuser wird neu zum ersten Obergeschoss. 1888 wird der Rennwegquartierverein gegründet. Vier der fünf Initianten und ersten Mitglieder stammen aus der Oetenbachgasse, zwei davon (Jakob Georg Röttinger und Büchsenmacher Konrad Schefer) gar aus dem Haus Nummer 13. 1901 In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1901 werden die Oetenbachgefangenen in Möbelwagen ins damals neue Gefängnis in Regensdorf gebracht. 1902/1903 wird die ehemalige Strafanstalt abgebrochen. 1904/1905 erfolgt der Uraniastrassendurchstich; der Sihlbühl wird abgetragen.

Quellen.

ARTER, Julius: Bilder aus dem alten Zürich. Zürich: o. V., 1874. S. 125. N. 385: «Kreuzgang am Oedenbach».

BACHMANN, A. / SCHOCH, R[udolf] / BRUPPACHER, H. e. a.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Vierter Band. 1019 S. Frauenfeld: J. Huber, 1901. Spalte 950.

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ABEGG, Regine / BARRAUD WIENER, Christine: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe, Band II.I. Die Stadt Zürich II.I: Altstadt links der Limmat: Sakralbauten. Die Kunstdenkmäler der Schweiz Band 99. 358 S. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 2002. ISBN 3 906131 03 3. Seiten 212-276: Das Dominikanerinnenkloster Oetenbach.

ABEGG, Regine / BARRAUD WIENER, Christine: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe Band II.II: Die Stadt Zürich II.II: Altstadt links der Limmat: Profanbauten. Die Kunstdenkmäler der Schweiz Band 102. 398 S. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 2003. ISBN 3 906131 77 7. Seiten 274-278: Oetenbachgasse.

BAUMANN, Walter: Das Rennweg-Quartier. Geschichte der minderen Stadt. 136 S. [Zürich:] Rennweg-Quartier-Verein, 1988.

BAUMANN, Walter: Gang durch Zürich mit Walter BAUMANN. Band 5, 1991: Zwischen Rennweg und Bahnhofstrasse. 64 S. Zürich: Orell Füssli, [1991].

BAUMANN, Walter: Zürichs Kirchen, Klöster und Kapellen bis zur Reformation. 160 S. Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 1994. ISBN 3 85823 508 3.

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CRESPO, Maria: Verwalten und Erziehen: Die Entwicklung des Zürcher Weisenhauses 1637-1837. 295 S. Zürich: Chronos, 2001. ISBN 3 0340 0500 8.

GUYER, Paul: Zürcher Hausnamen. Mit einem Häuserverzeichnis der Zürcher Altstadt. 81 S. Erweiterter Sonderdruck aus dem Jahrbuch vom Zürichsee 1951/52. Kleine Schriften des Stadtarchivs Zürich, sechstes Heft. Zürich / Stäfa: o. V., 1953.

GUYER, Paul / SALADIN, Guntram / LENDENMANN, Fritz: Die Strassennamen der Stadt Zürich. 293 S. 3. Auflage, durchgesehen und nachgeführt von Fritz LENDENMANN. Zürich: Hans Rohr / Stadtarchiv Zürich, 1999. ISBN 3 85865 420 5 (Hans Rohr). ISBN 3 908060 11 7 (Stadtarchiv).

HALTER, Annemarie: Geschichte des Dominikanerinnen-Klosters Oetenbach in Zürich 1234-1525. 12+192 S. Winterthur: P. G. Keller, 1956.

HELBLING, Barbara / BLESS-GRABHER, Magdalen / BUHOFER, Ines (Herausgeberinnen): Bettelorden, Bruderschaften und Beginen in Zürich: Stadtkultur und Seelenheil im Mittelalter. 344 S. Zürich: Neue Zürcher Zeitung, 2002. ISBN 3 85823 970 4.

ZIEGLER, A[ugust]: Das Waisenhaus in Zürich im Wandel der Zeit 1637-1971. 8+178+8 S. Zürich: Waisenhauspflege der Stadt Zürich, o. J.

© Cicerone Performance Dr. Rudolf H. Röttinger Homepage http://www.roettinger.ch oder http://www.cicerone.ch Fassung vom 1. Januar 2004 Letzte Revision 1. Juni 2006 Nächste Revision 1. Juli 2006


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