Altes Schloss: Unterschied zwischen den Versionen

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Lanzenstrasse 10c: Eine Privatwohnung
Lanzenstrasse 10c: Eine Privatwohnung
'''Susanne Forster, Lanzenstrasse 10a, Ottenbach, hat mir freundlicherweise Kopien vom Lebenslauf von Salamon Hirzel. Oberst-Artillerie-Inspekteur, geb. 1790 gest. 1844, überlassen'''
Interessant an seinem Lebenslauf ist für Ottenbach und das „Schloss“, die Feststellung, '''dass Salamon Hirzel von 1799 bis 1801 zwei Jahre seiner Jugendzeit in Ottenbach, verbracht.''' Sein Vater, Landschreiber auf der Kyburg,  war früh verstorben und so suchte sein Vormund, der Züricher Zunftmeister Daniel Weber, die Wittwe Barbara  Payer-Im Hof, zu entlasten und brachte den Neunjährigen auswärts unter und zwar bei „einem biederen Landwirt, Jakob Bär, in Ottenbach an der Reuss, '''im Hause zum Schloss''', das ein sehr einfaches Bauernhaus war.“
Der Jüngling aus besserem Hause musste kräftig zu packen und überall in der Landwirtschaft helfen. Und, dies ist heute, 2016 kaum vorstellbar, der kaum 10 Jährige musste jeden Freitag, mit Pferd und Wagen, beladen mit Baumwollgarn über Birmensdorf nach Zürich fahren und beladen mit neuer Baumwolle zurück nach Ottenbach. Die Baumwolle wurde sofort in die Häuser verteilt, von den verschiedenen Baumwollspinnerinnen verarbeitet und am folgenden Freitag wieder nach Zürich gebracht. (Die Maschinen- Spinnerei lag damals noch in den ersten Anfängen)
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Version vom 18. Dezember 2016, 20:18 Uhr

Lanzenstrasse 10, Ottenbach ZH/CH

Paul Schneebeli, Ottenbacher Lokalhistoriker, (1928 bis 2005) schreibt in seinen Nachforschungen zum „Alten Schloss“:

„Ob hier einst Schlossherren gehaust haben? Jedenfalls haben sie in der Geschichte von Ottenbach keine Spuren hinterlassen. Man muss annehmen, dass es wie die Schlosswiese oberhalb vom Rest. Engel, einem Schlossherren gehörte. So tauschte ein Ritter von Liela am Hallwilersee an das Kloster Kappel Güter, welche er in Ottenbach besitzt. Dies könnte im Zusammenhang mit der Schlosswiese ob dem Engel stehen, die im Besitz des Kappelerhof im „Kloster“ (Klosterweg 1,3,5,7) war.

Derselbe Grund könnte auch massgebend sein für die Bezeichnung „Schloss“ an der Lanzenstrasse. Das heutige Dreifamilien Haus ist durch verschiedene An- und Ausbauten entstanden. Auf Grund des Zehntenplanes von 1776, ist das Gebäude vor diesem Datum erstellt worden. Es ist nicht auszuschliessen, dass es auch 200 Jahre älter sein kann. Die Dachkonstruktion auf der Nordostsseite weist im oberen, steilen Teil, darauf hin, dass es ursprünglich ein Zweifamilien- Haus gewesen ist und mit Schilf bedeckt war. Später wurde auf der Südwestseite das Haus mit einem fallenden Pultdach erweitertert. Ebenfalls auf der Nordostseite wurde die Wohnung ausgebaut und das Dach erhöht.

Die zum Gebäude gehörende Scheune wurde 1921 abgetragen. Die Herren Bodmer und Hürlimann, Inhaber der Seidenweberei an der Muristrasse, erbauten auf dem nun leeren Gelände ein Sechsfamilienhaus für die Fabrikarbeiter, „Sonnegg“ genannt, heute Lanzenstrasse 14.“


Heute (2016) befinden sich im "Alten Schloss", Lanzenstrasse, drei Wohnungen:

Lanzenstrasse 10a: "Bed and Breafast" >>>https://www.bnb.ch › Region Zürich › Ottenbach

Lanzenstrasse 10b: Das Atelierhaus von Georg Gessler, Kunstmaler, >>>https://www.gege-atelier.ch

Lanzenstrasse 10c: Eine Privatwohnung

Susanne Forster, Lanzenstrasse 10a, Ottenbach, hat mir freundlicherweise Kopien vom Lebenslauf von Salamon Hirzel. Oberst-Artillerie-Inspekteur, geb. 1790 gest. 1844, überlassen

Interessant an seinem Lebenslauf ist für Ottenbach und das „Schloss“, die Feststellung, dass Salamon Hirzel von 1799 bis 1801 zwei Jahre seiner Jugendzeit in Ottenbach, verbracht. Sein Vater, Landschreiber auf der Kyburg, war früh verstorben und so suchte sein Vormund, der Züricher Zunftmeister Daniel Weber, die Wittwe Barbara Payer-Im Hof, zu entlasten und brachte den Neunjährigen auswärts unter und zwar bei „einem biederen Landwirt, Jakob Bär, in Ottenbach an der Reuss, im Hause zum Schloss, das ein sehr einfaches Bauernhaus war.“ Der Jüngling aus besserem Hause musste kräftig zu packen und überall in der Landwirtschaft helfen. Und, dies ist heute, 2016 kaum vorstellbar, der kaum 10 Jährige musste jeden Freitag, mit Pferd und Wagen, beladen mit Baumwollgarn über Birmensdorf nach Zürich fahren und beladen mit neuer Baumwolle zurück nach Ottenbach. Die Baumwolle wurde sofort in die Häuser verteilt, von den verschiedenen Baumwollspinnerinnen verarbeitet und am folgenden Freitag wieder nach Zürich gebracht. (Die Maschinen- Spinnerei lag damals noch in den ersten Anfängen) .



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