Stonehenge in Ottenbach
Der Lochstein von Ottenbach wurde am 4.Mai 2026 von Mitarbeitern der Gemeinde Ottenbach ZH aus seiner Schräglage aufgerichtet!!
Die Mitarbeiter des Werkhofes Ottenbach, Chef Markus Bättig, Stv. Hansjörg Funk und Mitarbeiter Sandro Lehman, hatten den Lochstein bereits am Vormittag des 4. Mai 2026 umgraben und für die Aufrichtung vorbereitet. Ebenfalls schon anwesend war Richard Walker, pens. Ingenieur und Autor des Werkes "Megalithe im Knonauer Amt". Richard Walker untersuchte den Aushub nach Artefakten und setzte dazu auch einen Metalldedektor ein. Die Untersuchungen brachten ein negatives Ergebnis. Mittags um 13.30 trafen auch die Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger und der Autor dieses Artikels, Peter Eichhorn, ein. Das Aufrichten des Lochsteins in die Senkrechte fand mit Hilfe eines Traktors problemlos statt. Die Ausrichtung des durchgehenden Loches in der neuen Stellung brachte kein spezielles Ergebnis, das heisst, es wird keine Landschaftsobjekt angepeilt, sondern zeigt in den nördlichen Himmel. Alle Beteiligten zeigten sich aber doch positiv berührt über die gelungene Aktion. Den nachstehen Bericht von Richard Walker, wird der Kantonsarchäologie des Kantons Zürich, zugestellt. (Sie war über die Aktion informiert) Richard Walker übergibt den Bericht auch der Gemeinde Ottenbach und dem "Wikipeter" (squix.org/ottenbach) zur freien Verfügung.
Der Lochstein auf dem Rebhoger wird aufgerichtet! Fotos von Gaby Noser Fanger und Peter Eichhorn vom 4. Mai 2026
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Lagebesprechung mit Richard Walker
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Die Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger freut sich über das Vorhaben
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Richard Walker bespricht mit den Werkhofmitarbeiten das Vorgehen. Deutlich zu sehen ist der offizielle Vermarkungstein einer Grundstücksgrenze.
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Sandro Lehmann hat die Rundschlinge an Traktor und Lochstein angebracht
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Der Lochstein wurde mit dem Traktor problemlos aufgerichtet.
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Der Lochstein wurde mit Ackersteinen verkeilt und mit einem Splitt-Sandgemischt verdichtet
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Das Werk ist in rekordzeit vollbracht, es wird angestossen. vlnr. Sandro Lehmann, Markus Bättig, Peter Eichhorn, Richard Walker, Hansjörg Funk
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Wikipeter-Redaktor Peter Eichhorn (*1943) hat sich schon in seiner Kindheit über den merkwürdigen Stein gewundert. Er freut sich sehr über die gelungene Aufrichtung und den ausführlichen Bericht von Richard Walker
Stonehenge in Ottenbach?
Unter dem Titel “Stonehenge im Säuliamt“ hat Richard Walker, Rifferswil, im Mai 2007 ein 66-seitiges A4- Heft publiziert. 17 Megalith- Objekte im Säuliamt, 6 Objekte in der näheren und weiteren Umgebung und 2 Objekte auf dem Buechberg, Kt. Schwyz, sind mit Fotos, Karten und Texten dokumentiert. (Stark erweiterte Neuerscheinung 2022 unter dem Titel "Megalithe im Knonaueramt")
Das titelgebende „Stonehenge“ steht in England, nördlich von Salisbury. Es ist sicher das bekannteste Bauwerk aus der Jungsteinzeit. Mehrere Meter hohe, in einem Kreis von über 100 m Durchmesser angeordnete Tragsteine, werden zum Teil von meterlangen Decksteinen überbrückt. Das erste Bauwerk in Stonehenge soll aus der Jungsteinzeit, etwa 3100 v.Ch., stammen.
Die Megalithen im Säuliamt sind von kleinerem Format, aber nicht weniger interessant.
Der Begriff „Megalith“ heisst Mega= gross und Lithos= Stein = grosser Stein. Im Bezirk sind die Steine selten über 100 cm gross, dafür gibt es Steinreihen von bis zu 250 m Länge, Steinkreise und Lochsteine. Und „Lochstein“ ist das Stichwort für Ottenbach. Als Lochstein wird ein Menhire, ein aufrecht stehender Stein mit einem künstlichen Loch bezeichnet. Das Loch kann so gross sein, dass ein Mensch sich durchzwängen kann, aber auch nur 3 cm Durchmesser haben. Solche Steine gibt es in ganz Europa. Der Zweck des Loches wird verschieden gedeutet: Wenn der Lochstein Teil einer Grabkammer war, soll dieses „Seelenloch“ den Bestatteten die Reise ins Jenseits ermöglichen. Bei Menhiren mit grossen Löchern haben sich im Christentum „Durchkriechbräuche“ entwickelt, welche Heilung von Krankheiten versprachen. Es wird aber auch vermutet, dass bei freistehenden Lochsteinen die ursprüngliche Ausrichtung der Löcher eine Kalenderfunktion hatte, z.B. zum Feststellen des Sonnenwendetages. Über die Bedeutung von Steinreihen- und Kreisen, Menhiren und Lochsteinen im Säuliamt und Umgebung streiten sich die Experten. Sind es wirklich Kultobjekte vergangener Kulturen oder ganz gewöhnliche Grenzsteine und Grenzlinien oder Zäune für’s Vieh?
In Ottenbach gibt es meines Wissens ein einziges solches Objekt:
Der Lochstein am Ende der Weidstrasse am Flurweg zum Rebhoger.
Die Länge beträgt im aufgerichteten Zustand etwa einen Meter. Am oberen Ende befindet sich ein fein gearbeitetes, durchgehendes, Loch in Nord- Südrichtung von ca. 3 cm Durchmesser. Von der Südseite sieht man ein gleiches Loch, aber nur etwa 8 cm tief. Über die Bedeutung des Ottenbacher Lochsteines darf auch hier der Phantasie freien Lauf gelassen werden. Die Forschung kann heute mit der Nanotechnologie in Einzelatome von milliardstel Metern eindringen oder den Weltraum erforschen. Für den gewöhnlichen heutigen Menschen ist es aber doch ein merkwürdiges Gefühl, einen Stein zu berühren, den unserer Vorfahren vor einigen Tausend Jahren bearbeiteten und aufstellten. Nach getaner Arbeit werden auch sie sich an der schönen Aussicht in’s Reusstal, zum Lindenberg oder in die Alpen erfreut haben.
Im Laufe der Jahrhunderte oder gar Jahrtausende ist der Stein Richtung Reusstal gekippt. Am 4. Mai 2026 wurde der Stein von Mitarbeitern der Gemeinde Ottenbach wieder in seine ursprüngliche Aufrechte lage gebracht.
Peter Eichhorn
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Ottenbach ZH/CH. Lochstein am Ende der Weidstrasse, Richtung Süd/Rebhoger. Genau in der Blickrichtung liegt der Rossberg
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Ottenbach. Lochstein auf dem Rebhoger. Das durchgehende Loch wurde vor 3000 Jahren in der richtigen Stellung vielleicht zum Anvisieren eines Sterns gebraucht?
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Ottenbach. Lochstein auf dem Rebhoger. Grössenverhältnis
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Ottenbach. Lochstein auf dem Rebhoger. Ein trauriger Anblick, der schräg gewordene, etwa 3000 Jahre alte Zeitzeuge, neben der Verbottafel! Im Hintergund links das Quartier Weidstrasse, rechts der Bauernhof Ruchweid, im Hintergrund der Isenberg
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Ottenbach. Lochstein auf dem Rebhoger. Uebersichtsplan Swisstopo
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Seite 124 aus Richard Walkers neuem, erweiterten Buch "Megalithe im Knonaueramt" : Der Lochstein von Ottenbach (unten)
Fotos: Peter Eichhorn 2008/2016
Richard Walker
Der Lochstein von Ottenbach, Richard Walker
Koordinaten: 673'790 / 1236'730
Der Lochstein steht bei einem vermessungmässig gültigen Markstein. Dieser Markstein (15x15 cm) befindet sich zwischen Lochstein und Flurstrasse. Lochstein aus Granit, gemeldet von Peter Eichhorn, Ottenbach.
Standort: Beim Feldweg am südlichen Dorfrand von Ottenbach. Dieser Lochstein unterscheidet sich von den übrigen des Inventars weil er zwei Löcher aufweist, ein durchgehendes und ein Sackloch. Steinform und Lochdurchmesser sind sonst ziemlich ähnlich. Die beiden Löcher haben etwas unterschiedliche Azimute, dürften in der Ursprungslage aber grob N-S ausgerichtet gewesen sein.
Der Autor der Publikation, “Stonehenge im Säuliamt“, Richard Walker, hat den obgenannten Text mit Fotos in sein neues erweitertes Buch aufgenommen. (Siehe obige Fotoserie, letztes Bild)
Quellen:
- Richard Walker, Stonehenge im Säuliamt, 68 Seiten, 2007, Buchhandlung Scheidegger, Affoltern.
>>> Buchbesprechung bei>>>Bücher Was Peter liest#Stonehenge im Säuliamt
Stark erweiterte Neuerscheinung:- Richard Walker, Megalite im Knonaueramt, 178 Seiten, 2022, Buchhandlung Scheidegger, Affoltern
Yves Schumacher,Steinkultbuch Schweiz, 1998, Edition Amalia
200 Seitem S/W. einige Abbildungen, Glossar und Ortsverzeichnis. Wo gibt es in der Schweiz Steinkultorte und was bedeuten sie? Das Buch gibt dazu Antworten.
Mehr über Steinkult bei >>> http://de.wikipedia.org/wiki/Steinkult
Was recherchiert die 'Künstliche Intelligenz' (KI) über den Lochstein von Ottenbach. (12.11.2023)
Der Lochstein von Ottenbach, Text KI
Der Lochstein von Ottenbach ist ein bemerkenswertes historisches Wahrzeichen in der Schweiz. Er steht am südlichen Dorfrand von Ottenbach, nahe einem Feldweg. Dieser Stein aus Granit wurde von Peter Eichhorn, einem Einwohner von Ottenbach, gemeldet
Historischer Kontext
Die Vorgeschichte oder Urgeschichte ist der längste Zeitabschnitt (über 99%) der Menschheitsgeschichte. Die Grenzen zur prähistorischen Archäologie sind fließend und naturwissenschaftliche Methoden, z.B. die Paläoanthropologie, tragen zum Kenntnisstand dieser frühen Zeitabschnitte bei. Der Lochstein von Ottenbach fällt in diese Kategorie und bietet einen Einblick in die prähistorische Zeit.
Bedeutung
Der Lochstein von Ottenbach ist ein Menhir, ein aufrecht stehender Stein mit einem künstlichen Loch. Solche Steine sind als Markierungen von Grundstücksgrenzen bekannt. Sie weisen typischerweise Kreuzkerben auf, wie sie nur die Alemannen nach ihrem Eindringen in das Land der Helvetier im 5. Jahrhundert n. Chr. aufweisen. Diese Steine wurden als Grenzsteine verwendet und waren mit einer Kerbe oder Lache versehen, daher der Name Lachstein.
Fazit
Der Lochstein von Ottenbach ist ein faszinierendes Stück Geschichte, das uns einen Einblick in die prähistorische Zeit und die Alemannen bietet. Es ist ein Zeugnis für die Art und Weise, wie unsere Vorfahren ihre Territorien markierten und ihre Grenzen festlegten. Dieser Stein ist ein wertvolles Kulturerbe, das für zukünftige Generationen erhalten bleiben sollte.
Menhirförmige Platten in Ottenbach, Richard Walker
Richard Walker, Rifferswil, 19.7.2025
Standort
Muristrasse 30, 8913 Ottenbach, Liegenschaft Häusermann, gegenüber der ehemaligen Seidenstoffweberei Bodmer&Hürlimann -heute "Haas Shopping"
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Menhirähnliche Platten, Muristrasse 30, Ottenbach Bild 1
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Menhirähnliche Platten, Muristrasse 30, Ottenbach Bild 2
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Menhierähnliche Platten, Muristrasse 30, Ottenbach, Meisselspuren Bild 3
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Vergleichsfoto der repositionierten Platten von Bgemgarten, Isenlauf, AG
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