Säuliämtler Lieder und der Sängerbund

Aus Ottenbach
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Autor: Peter K. Jakob, Affoltern

Im Herbst 2013 wird der „Sängerbund am Albis“ sein 150-Jahre Jubiläum mit einem Konzert am Sonntag 10. November 2013 in der Kirche Mettmenstetten feiern. Der Sängerbund besteht aus Sängern der verschiedenen Chöre des ganzen Bezirks, die sich dem gehobenen Volksgesang widmen und den Bezirk an zahlreichen Eidgenössischen Sängerfesten vertraten. Beim Stöbern in dessen Geschichte ist Peter Jakob auf verschiedene Säuliämtler-Lieder gestossen.

Ämtlermarsch

Karl Langemann hatte 1917 den noch heute bekannten „Ämtlermarsch“ mit dem Orchesterverein Affoltern (OVA) und dem Männerchor Affoltern zur Uraufführung gebracht. Karl Langemann (1878-1950) war als Primarlehrer in Obfelden (1904-1911) sowie Dirigent in Obfelden und beim Männerchor Affoltern (1912-1921) ein Freimitglied des Sängerbundes. Sein Foto ist auf der Tafel des Sängerbunds im Ortsmuseum Affoltern-Zwillikon zu sehen. Im Bericht des ANZEIGER zum Konzert vom 25.11.1917 heisst es: „In gewisser Beziehung eine Novität war der ‚Ämtlermarsch‘, komponiert von Rudolf Wagner, Text und Instrumentierung von Karl Langemann. Herr Langemann ist uns allen schon längst bekannt als ein künstlerisch fein empfindender Dirigent und Komponist. In seinem Ämtlermarsch entpuppt er sich auch als ein Sprachkünstler von Gottesgnaden, versteht er doch mit wenigen kräftigen Worten Land und Leute des Amtes trefflich zu schildern. Es sei erlaubt die Verse wiederzugeben: "Mir sind vom Säuliamt derther und träged s’Ämtlergwand: En tunkle Rock und wissi Strümpf, en Huet mit breitem Rand….“. Vielleicht ist es nur ein Zufall, dass der Komponist Rudolf Wagner (1851-1915) Chormeister des österreichischen „Steierischen Sängerbunds“ war. Karl Langemann wird von 1927-1931 Dirigent des Sängerbundes am Albis sowie 1930 des Bezirkgesangvereins Affoltern. 1947 war Karl Langemann auch Redaktor der 500-seitigen „Geschichte Obfeldens“ und Komponist des Reigenspiels zur 100-Jahre-Feier der Gemeinde Obfelden.

Der ganze Text des Liedes unter Ämtlermarsch

Säuliämtlerlied

Daneben gibt es von Liseli Häberling-Müller (1895-1927) das „Säuliämtler-Lied“. Über Liseli Häberling weiss ich nichts Genaueres, vielleicht war sie verwandt mit dem Sängerbund Mitglied Ernst Häberling, 1913 Lehrer in Affoltern. Liseli Häberlings Text beginnt „Deet wo der Albis gross und fescht, als Wacht im Ländli staat, und d Rüss als flüssigs Silberband dur Fäld und Aue gaat…“. Sie zeigt ein recht stolzes Frauenbild, wenn es in der 4. Strophe heisst: „Drum lach nöd ob der Aemtler Frau, gib lieber früntli d Hand, dänn sie schafft au im Puuregwand für euses Vatterland“ Die Melodie hat sie an das Lied „Herr Postillion“ angelehnt. Das Lied ist in „Züri Lieder“, herausgegeben vom Kantonal-Zürcherischen Trachtenverband, 2003 abgedruckt.

Der ganze Text des Liedes unter Säuliämtler-Lied Neu: Werdenberger-Lied Abwandlung des Säuliämtlerlied 20.3.2014

Ottebacherlied

Auch einen Bezug zum Sängerbund hat das „Ottebacherlied“. Am 8. Mai 1949 wurde in Ottenbach die neue Turnhalle (heute Gemeindesaal), im Zwischentrakt das Lehrerzimmer, ein Klassenzimmer, WC, und die Pausenhalle eingeweiht. Zu diesem Anlass machten die langjährige Primarlehrerin "Fräulein" Emma Schönenberger (†3.April 1984, 84-jährig) und der Dichter und Bauer Kurt Leutert, Ottenbach , ein Festspiel. Motto: "Dorfleben" und "Die Turnstunde" (nach dem Bild von Anker). Als Schlusschor des ganzen Festspiels wurde das "Ottebacherlied" uraufgeführt, das 1949 vom Sängerbund-Dirigenten Jakob Brunner komponiert wurde, nach einem Text von Kurt Leutert:

„Mis Dörfli ischt im Rüsstal vo Bäume halb verdeckt, und zwüsched grüene Matte lyt Hus um Hus versteckt, uf allne Feischtersimmse hät's Blueme vor em Hus: und Sunne lachet fründli: So g'seht mis Dörfli us …“

Der ganze Text des Liedes unter: Ottebacherlied

Ämtlerlied

Als viertes wäre noch das „Ämtler-Lied“ zu erwähnen, das Kurt Leutert und der Affoltemer Lehrer und Dirigent Max Lange für den Bauern- und Bäuerinnen-Tag 1956 in Affoltern im 6/8 Takt verfassten.

Es beginnt mit „Deet won über wiite Wälder sich der Albis laat la gseh, wo die saftig grüene Fälder, s Silberband vom Türlersee glänze tüend im schönschte Gwändli …“

Der ganze Text des Liedes unter >Ämtlerlied


vgl. http://www.squix.org/ottenbach/index.php?title=Ottebacherlied http://www.squix.org/ottenbach/index.php?title=%C3%84mtler


'Ab September 2013 steht eine neue Webseite im Netz: http://www.saengerbund-am-albis.ch/ mit dem Hauptbeitrag:

Der Sängerbund am Albis 1863 – 2013

Peter K. Jakob, Affoltern a.A. hat seine unermüdliche Recherchierarbeit zu einem sehr lesenswerten Artikel über das Chorwesen im Bezirk zusammengefasst. Kenntnisreich verbindet er die Geschichte des Sängerbundes mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz in dieser Zeitspanne. Historische Fotos und Dokumente sowie eine Aufzählung der Dirigenten und Präsidenten machen die Abhandlung zu einem kleinen Geschichtswerk und Zeitdokument." (Peter Eichhorn)


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