Gas in Ottenbach

Aus Ottenbach
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Das Gaswerk von Obfelden 1902- 1945

Autor: Willy Hug

Kurzfassung für den Wikipeter: Peter Eichhorn

Vorbemerkung zum Artikel "Gas in Ottenbach"

Auf Ottenbacher-Ansichtskarten sind bis 1901 sind keine Telefon-und bis 1910 keine Strommasten zu sehen, sondern vereinzelt Gaslaternen. In etlichen Ottenbacher Haushaltungen brannten in dieser Zeit Gaslaternen oder es wurde mit Gas gekocht. Wie viele Gas- Abnehmer es in Ottenbach gab, müsste in den Archiven der letzten Firma nachgeforscht werden. Es ist anzunehmen, dass sich nur bessergestellte Personen einen Anschluss leisten konnten. In der Weberei Haas, Ottenbach, wurde die Beleuchtung in dieser Zeit durch Vergasung von Karbid erzeugt. Vor 30-40 Jahren waren in alten Liegenschaften noch unbenutzte alte Gasleitungen anzutreffen und es kann auch heute immer noch passieren, dass die Wasserversorgung beim Lecksuchen mit dem Lecksuchgeräten, im Boden undefinierte Leitungen feststellen kann, meistens sind es die alten Gasleitungen.

Koche mit Gas!

Bis 1902 gab es in der Schweiz zum Kochen in den Schweizer Küchen einzig Holz als Brennstoff, bis etwa 1850 auf offenen Herdstellen (Rauchküchen) Die Einführung des „Sparherdes“ zu dieser Zeit brachte eine starke Verbesserung. Im geschlossenen, kleinen Feuerraum, wurde die Hitze des Feuers besser ausgenutzt, es wurde viel weniger Holz benötigt und der Rauch zog über ein Kamin ins Freie ab. Zugleich konnte die Wärme noch in eine Sitzbank /Chouscht) in die Stube geleitet werden, bevor sie über den Kamin abzog. 1902 erhielt die Berner Gasfirma Rothenbach die Konzession für den Bau eines Gaswerkes in Obfelden/Unterlunnern (In Bern gab es bereits 1843 eine Gasversorgung) Der Standort Unterlunnern wurde gewählt, weil neben den Ämtlergemeinden auch das angrenzende Freiamt, AG, versorgt werden sollte.

Ein 29 km langes Versorgungsnetz schloss vorerst die Gemeinden Ottenbach, Obfelden, Hedingen, Zwillikon und Affoltern an. Eigentümerin und Betreiberin war die „Gaswerkgesellschaft Bern“. Diese ging in Liquidation. Nachfolgegesellschaft wurde 1907 die „Gasversorgung Affoltern AG, Rothenbach & Cie“. In der besten Zeit konnten 1100 Gasabnehmer verzeichnet werden. Gas war auch die neue Lichtquelle auf Strassen, Plätzen und für Werkstätten und Fabriken.

1908 wurde das „Elektrizitätswerkes Zürich“ gegründet. Strom war billiger als Gas und war nicht abhängig von Kohlelieferungen (Steinkohle) aus dem Ausland. Diese kam vorwiegend aus dem Saarland und wurde ab Bahnstation Affoltern zuerst mit Pferdefuhrwerken und später mit Motorlastwagen nach Obfelden transportiert. In den zwei Weltkriegen gab es Probleme mit den Kohlelieferungen. Die Zahl der Abnehmer sank ständig. Die Gasproduktion war teuer und personalintensiv, da sie im Dreischichtbetrieb betrieben wurde. Am 15. Dezember 1945 erfolgte die Betriebseinstellung. Das Hauptgebäude der „Gasi“ in Unterlunnern in der Verzweigung Richtung Merenschwand-Ottenbach steht noch heute, nur mit einer anderen Nutzung.

Der vollständige Artikel ist im Anzeiger vom 24.Februar 2017 erschienen oder im Buch von Willy Hug: „Alte Geschichten aus dem Säuliamt“. Das Buch ist in der Regionalbibliothek Affoltern erhältlich.

Ökopower AG Kompogas

Seit 2006 wird in Ottenbach Gas hergestellt und zwar in der Kompogasanlage in der Kiesegrube Mülibach der AGIR in Rickenbach/Ottenbach. Weiterlesen bei >>Ökopower AG Kompogas oder auf der Seite der http://www.agir.biz/

Bemerkenswertes Detail: Das ehemalige Gaswerk in Unterlunnern und die Kompogasanlage Mülibach/Rickenbach-Ottenbach sind in Luftlinie nur 730 m voneinander entfernt!