Bäche in Ottenbach

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Übersicht

Bäche situationsplan.JPG
Drainageplan der Gemeinde Ottenbach. Drainierte Fläche: 72 ha


Die letzte Eiszeit hat bei ihrem Rückzug an den Hängen des Isenbergs viele kleinere und grössere Flachmoore und Riedflächen hinterlassen. Diese entwässerten sich in den zahlreichen kleinen Bächen. Im Lauf der letzten Jahrhunderte legten die Bauern Drainagen an, um das Land besser bewirtschaften zu können.

Grössere Gebiete wurden vor, während und nach dem 2.Weltkrieg systematisch drainiert. Die Ottenbacher Bauern und Landbesitzer stimmten 1966 einer Güterregulierung und Melioration zu. Hunderte von kleinen Landparzellen wurden zusammengelegt. Nochmals wurden viele Feuchtstellen drainiert. Fast 20 Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz wird entwässert (drainiert) (Schweizer Bauer 7.2.2020). Vor allem Fruchtfolgeflächen konnten mit den Drainageleitungen aufgewertet werden. Das Resultat ist die heutige Parzelleneinteilung und Entwässerung. Die Bäche müssen auch das Oberflächenwasser aufnehmen.

Die Gemeinde Ottenbach ZH ist seit 1970 stark gewachsen. Durch die starke Versiegelung des Bodens durch Häuserbau, Plätze, Strassen, kann dies bei Starkniederschlägen zu kleineren Überschwemmungen führen, da die Bäche stellenweise ein zu kleines Abflussprofil haben.

Das Stampfenbächli und der Lättenbach wurden vor langer Zeit umgeleitet und füllten, zusammen mit dem Tobelbach, mit ihrem Wasser den Müliweiher der Mühle an der Muristrasse/Weihermatt, Ottenbach. 1638 ersuchte Müller Grob die Obrigkeit, ob er an der Reuss eine Mühle mit Wasserrad errichten könne, da der Müliweiher zuwenig Wasser habe. Auf der Gygerkarte von 1667 ist diese schon eingetragen. Im August 1836 bewilligte die Obrigkeit eine neuen Wasserkraftanlage mit Kanal mit Wasserfassung in der Reuss mit einem Streichwehr.(Siehe B.Schneider) Die Situation ist identisch mit der heutigen Anlage bei Haas -Shopping.

Die nachfolgende Aufstellung beschreibt den Lauf der Ottenbacher Bäche. In dem angegebenen Circa- Maß sind Rohrleitungen, Strassendurchlässe usw. eingeschlossen.


Stampfenbächli ca.3 km

Seinen Anfang nimmt das Stampfenbächli als Ausfluss eines kleinen Flachmoors im Gebiet Bötschgen im Isenbergwald südlich der Zwillikerstrasse. Etwa 150 m zieht sich das kleine Bächlein Richtung Norden durch den Wald, bevor es vor der Zwillikerstrasse in einer Röhre verschwindet. 350 m weiter taucht es anfangs des Waldes wieder auf, um nach 350 m wiederum in einer Röhre zu verschwinden. Nach weiteren 850 m taucht das Bächlein nördlich der Liegenschaft Jonentalstrasse 6 auf. Die dabei durchflossenen Gebiete Rüti und Luegeten sind stark drainiert und geben das Wasser in die Röhre ab. Nur gut 250 m darf jetzt das Bächlein offen fliessen, um dann bis hinter die Liegenschaft Steinhof für 750 m in einer Röhre zu verschwinden. Die dabei durchflossenen Gebiete Laamatt, Husmatt und Teil Meiholz sind wiederum stark trainiert. Jetzt darf das doch recht angewachsenen Bächlein 350 m bis in den Fabrikkanal offen fliessen. Kurz vorher kann mit einer Ableitung das „Eisfeld“ genannte Gebiet „Bibelaas“ im Winter mit Wasser gefüllt werde.

Das war nicht immer so. Das Stampfenbächli war fast 500 Jahre der Grenzbach zwischen dem Kantonen Aargau und Zürich, respektive zwischen dem Kelleramt und dem zürcherischen Fryamt. Über den genauen Bachverlauf wurde viel gestritten. Es ging dabei es um Abgaben, Zinsen, Zehnten usw. an die jeweilige Obrigkeit.

Der Lokalhistoriker Paul Schneebeli beschreibt in seinem 140 Seiten starken Buch solche Grenzstreitigkeiten. („Grenzstreit am Stampfenbach 1660-1700“)

Die Mühle an der Muristrasse/Weihermatt brauchte alles Wasser, welches von Isenberg floss. Die Ottenbacher Mühle wird schon im 15. Jahrhundert erwähnt, aber detaillierte Angaben liegen erst im 17. Jahrhundert vor. 1638 beklagte sich der Müller, dass er zu wenig Wasser im Mühleweiher habe. Es kann angenommen werden, dass schon damals der Lauf des Stampfenbächlis Richtung Mühleweiher umgeleitet wurde. Der Bachlauf kann den Dufour-Siegfried- und Wildkarten entnommen werden. Erst als als 1836 dem Müller der Bau eines Kanals mit Wasserfassung an der Reuss und der Neubau einer Mühle bewilligt wurde, verlor das Stampfenbächli seine Bedeutung als Wasserlieferant und der Bachlauf zwischen Steinhof und Weihermatt wurde eingeebnet, der heutige Bachlauf Richtung Fabrikkanal entstand.

(Angaben zur Mühle aus: Bernhard Schneider „Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit“ 1986)

Stampfenbächli

Eine Stampfi betrieb gemäss Kaufvertrag von 1664 die Mühle Rickenbach. (Hammerwerk für Verschiedenes, z.B. Gersten, Knochen, Rindenstampfe) Ob die Mühle Ottenbach auch eine Stampfi hatte, ist nicht bekannt, der Name des Baches könnte aber darauf hindeuten.


Bonbächli ca. 500 m

Das Bonbächli ist ursprünglich das Stampfenbächli und befindet sich genau auf der Grenze Kanton Aargau und Kanton Zürich. Es tritt aus einer Drainageröhre bei Punkt 404 an der Verzweigung der Meiholz-ARA-Strasse und mündet unterhalb der alten ARA Jonen-Ottenbach in die Reuss. Der neue Name wurde vom daneben liegenden Flurnamen „Bon“ entlehnt.

Gemäss der Flurnamendeutung kann der Name "Bon" Baum oder Bann bedeuten.


Lättenbach ca.1150 m

Der Lättenbach tritt östlich der Hecke im Jetenalten aus einer Röhre. Sein Ursprungsgebiet liegt aber einige hundert Meter weiter südlich-östlich in der Moosweid bei Bickwil. Auf der Wildkarte ist das Gebiet von unterhalb der Ruchweid, Jetenalten bis zur Moosweid als Riedgebiet eingezeichnet. Durch Drainagen wurde das Gebiet vom Streuelieferanten zum fruchtbaren Acker-und Wiesland. 180 m durchfliesst das Bächlein eine schöne Hecke, verschwindet dann in einer Röhre und tritt nach 300 m wieder heraus. Auch dieses Gebiet war Riedland und ist stark drainierte und dadurch gut zu bewirtschaften. Die nächsten 200 m fliesst der Bach offen, die gerade Linienführung wurde durch den Quartierplan gegeben. Die nächsten 150 sind eines der wenigen, ursprünglich geblieben Bachgebiete, eingefasst mit einer Baumhecke fliesst der Bach durch ein kleines Tobel. Die nächsten 150 m nach der Unterquerung der Pfaffächerstrasse, ist der Bach eingeklemmt zwischen Bachweg und Baugebiet. Diese kurze Bachstrecke hat vor etwa 40 Jahren zu heftigen politischen Turbulenzen in Ottenbach geführt. Doch das ist eine andere Geschichte! Die nächsten 100 m fliesst der Bach in neu eingebauten 100 cm Rohren. Furchtlose Burschen rasen mit dem Rollbrett durch das glatte Rohr!

Oberhalb der Liegenschaft Schürmattstrasse 7, trifft den Lättenbach das gleiche Schicksal wie das Stampfenbächli: Anstatt in der natürlichen Fliessrichtung talwärts zu fliessen, wurde der Bach quer zum Hang Richtung Dorf umgeleitet, zwechs Wasserzufuhr für den Müliteich. Der Bach fliesst nun 450 m offen bis oberhalb des Gemeindehauses. Hier verschwindet er wieder in einer Röhre. Genau hier war die Ursache der folgenschwersten Überschwemmung durch den Lättenbach:

12. Mai 1999: Der grosse Regen

Der Mittwoch vor Auffahrt wird wohl vielen in nachhaltiger Erinnerung bleiben. In weiten Teilen der Nordschweiz regnete es an diesem Tag wie aus Kübeln. Gebietsweise prasselten innert 24 Stunden weit über 100 mm Wasser auf den Boden. Die Folge waren Sturzbäche, Erdrutsche und grossflächige Überschwemmungen.(Quelle: Meteoradar)

Auch der Lättenbach führte damals Hochwasser. In der Nacht auf den 13.Mai 1999 verstopfte angeschwemmtes Altholz die Röhre beim Gemeindehaus. Unbemerkt ergoss sich das Wasser Richtung Affolternstrasse und auch in die Lichtschächte der 1992 eingeweihten Überbauung Areal Neuhof. Der ganze Keller wurde bis an die Decke mit Wasser gefüllt. Tragisch war dies für einige Dorfvereine: Die Gemeinde hatte gratis Archivabteile zur Verfügung gestellt. Viele alte Akten und Protokolle und anderes Vereinsmaterial ging verloren.

In der oben genannten Röhre fliesst das Bächlein um das Gemeindehaus herum und unter der Affolternstrasse durch. Nun würde das Bächlein die nächsten 60 m offen bis zum Funkparkplatz fliessen. Würde: In den 60-iger Jahren konnte die Firma OBC (Otto Berli-Christen) ihren Betrieb mit einem Gebäude über den offenen Bach hinweg erweitern! Das war damals schon gesetzlich (fast) nicht möglich, doch auch dies ist wieder eine andere Geschichte. Zwischen dem Rest. Funk und dem dazugehörenden Landwirtschaftsbetrieb fliesst der Bach wieder 250 m in einer Röhre bis vis à vis Liegenschaft Stüdlerstrasse 1, (Migroltankstelle) wo er in den Tobelbach mündet.

Der Lättenbach wird seinen Namen vom Flurnamen "Lätten" erhalten haben. Lätt = Lehm, lehmhaltiger Boden


Tobelbach ca. 1700 m

Der Tobelbach hat seinen Anfang als Drainage im Gebiet unterhalb der heutigen Bezeichnung "Muettmatt", zieht sich nördlich des Bauernhofes Bruggenmoss durch und tritt hinter der Liegenschaft Zwillikerstrasse 28 ans Tageslicht. Das Gebiet Bruggenmoos ist drainiert. Der Name Bruggenmoss wird gedeutet als „Bruggen =Holzprügel, Moos= feuchtes, sumpfiges Land= zum Befahren wurde ein Weg aus Holzprügeln gelegt.

Das Bächlein fliesst nun offen bis zur Geeren-/Zwillikerstrasse unterquert diese und fliesst nun durch ein schönes, natürlich gehaltenes Bachtobel mit Baumbestand, ab Liegenschaft „im Tobel“ dem Weg entlang, unterquert die Jonenstrasse, weiter dem Tobelweg entlang bis zur Quartierstasse „Salzrain“ und fliesst, eingeklemmt zwischen Mauern, zur Muristrasse und unterquert diese.

Nach der Unterquerung befand sich früher eine kleine Wehranlage, um das Wasser, teils unterirdisch, zum Müliweiher zu führen.

Heute fliesst der Bach offen zur Liegenschaft Muristrasse 27. Dort verschwindet der Tobelbach in einem gemauerten, quadratischen Kanal und tritt bei der Liegenschaft Muristrasse 30a, ans Tageslicht, um nach gut 100 m den Fabrikkanal zu münden.


Bachdolenbach ca. 300 m

Der Bachdolenbach tritt nördlich der Liegenschaft Bachdole 1 aus einer Röhre an Tageslicht. Wie auf der Wildkarte gut zu erkennen ist, begann der Bachlauf früher im Gebiet Harrissen , nähe Isenberg- Wald. Das Bächlein ist aber schon lange in einer Röhre verschwunden und das Land drainiert. Das Bächlein fliesst ab der Liegenschaft Bachdolen 1 in einer Hecke der Bachdolenstrasse entlang um dann einen leichten links-knicks zu machen und Richtung Tobelbach zu fliessen und zu münden.

Und über dieses Stück, vom Knicks bis zum Tobelbach gibt es etwas besonderes zu berichten:

eine Bachfreilegung!

Der Eigentümer des grossen Landstückes mit dem Flurnamen „Bachdole“ gehörte bei der Bachfreilegung Walter Hegetschweiler, auf dem Rain. Er betrieb dort eine grosse Obstplantage. Damals verschwand der Bach bei der Bachdolenstrasse in einem zu kleinen Rohr. Immer wieder gab es Verstopfungen und kleinere Überschwemmungen.

Im freien Gelände dürfen Bäche nicht mehr mit einer grösseren Röhre versehen werden, sondern müssen offen gelegt werden. Dank dem guten Mitwirken des Landbesitzers konnte unter der Leitung der Kommission für Natur- und Landschaftsschutz KNL Ottenbach, das Werk in Angriff genommen werden, Gemeinderat und Gemeindeversammlung und die Kantonalen Ämter stimmten zu und gute 150 m darf nun der Bach frei fliessen!

Die exakte Deutung von Bachdole lautet: Nicht gar zu tiefes Bett einen Baches


Schulrainbächli ca.250 m

Sichtbar fliesst das kleine Rinnsal erstmals im scheinbar zu gross geratenen Regenrückhaltebecken im oberen Teil des Schulrains. Etwa 20 x 30 m misst das Betonbecken mit 4 Kammern. 4 m hoch, wovon 3 m in den Boden eingelassen sind. Das Becken soll bei Starkregen das Wasser zurückhalten und im 30 cm Rohr dosiert in das Schulrainbächli ablassen. Nach dem Auslass fliesst das Bächli noch etwa 20 m offen neben dem Chappeliweg, um dann bis nach der Zwillikerstrasse in einem Rohr zu verschwinden. Von der Zwillikerstrasse bis zur Mündung im Tobelbach fliesst es offen zwischen den Liegenschaften „Am Tobelbach“ 2 bis 12 und der Liegenschaft Zwillikerstrasse 13.

Auf der „Alten Landeskarte 1956-65“ ist das Bächli noch durchgehend und viel länger eingezeichnet.


Rickenbach ca. 500m

Während der Melioration/Güterregulierung 1966-1978 wurden Landparzellen zur besseren Bewirtschaftung umgeteilt und zusammengelegt. Bachverläufe wurden dem angepasst. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde Land ausgeschieden für die „Umfahrung Ottenbach - Reussbrücke bis Autobahn“.

Der schon bestehende Rickenbach bekam ein dichtes Bett, damit er nicht in der daneben liegenden Kiesgrube versickerte, (oberer Teil) darin fliesst er, in den vom damaligen Kiesgrubenbesitzer Fredel Girschweiler (AGIR) geschaffenen Weiher, verschwindet in einer Röhre, um nach der Rickenbacherstrasse in einen offen Bachlauf überzugehen und in der Reuss zu münden.

Der Bach nimmt auch das Oberflächenwasser, eines Teils der Neubaugebiete oberhalb der Affolternstrasse auf. (Teile von Widenospen- Reben- und Pfaffächerstrasse)

Der ab 1978 Rickenbach genannte Bach bestand in der Linienführung aber schon vorher so. (siehe Plan „Alte Landeskarte 1956-65)


Mülibach/Lindenbach ca. 6 km

Der Lindenbach ist in Ottenbach als Mülibach bekannt, obschon er auf jeder Karte als Lindenbach eingezeichnet ist. Jahrhunderte trieb der Bach die Mühle in Rickenbach/Ottenbach an. Etwa 500 m des Baches befinden sich auf Ottenbacher Gebiet.

Die Mühle in Rickenbach war nicht nur eine Getreidemühle, sondern betrieb auch eine Reibe (ein Mühlegang zum Bearbeiten von Hanf und Flachs), eine Relle, Relli (Mühlestein zum entspelzen von Getreide, z.B. Dinkel) und eine Stampfi (Hammerwerk für Verschiedenes, z.B. Gersten, Knochen, Rindenstampfe) eine Öltrotte und eine Habertere. (Der nur grob gemahlene Hafer wurde geröstet und gab das beliebte Hafermus) So steht es ein einem Kaufvertrag von 1664.

Die Geschichte der Mühle Rickenbach/Ottenbach hat Lehrer Johann Fisch 1955 recherchiert und steht als Abschrift im Wikipeter= www.squix.org/ottenbach, unter „Mühlen“.

Der Lindenbach beginnt seinen Lauf im Gebiet Bahnhof Mettmenstetten fliesst nach Wolsen und Lunnern (Obfelden) um nach Lunnern eines der schönsten Bachtobel zu durchfliessen. Bei Rickenbach unterquert er die Rickenbacherstrasse und mündet in die Reuss.

Das Wasser für die Mühle wurde etwa 500 m bachaufwärts mit einem Wehr abgeleitet und in einem am südlichen linken Tobelhang gebauten, kleinen Graben zum Müliteich geleitet (Der Teich befand sich oberhalb des EFH Rickenbach 9, dem Haus des letzten Mühlebesitzers Otto Spörri. Die Lage ergab etwa 10 Höhengefälle zum Mühlirad.

1958 war das Ende des Mülibetriebs. Gottlieb Spörri war der Letzte Müller. Dessen Söhne Otto und Wilfried Spörri bauen einen Maschinenbaubetrieb auf.

Die Geschichte der Mühle Rickenbach/Ottenbach ist im Wikipeter = www.squix.org/ottenbach zu lesen.

Ein verschwundenes Gewässer

Bächlein im Tüepel und Halten

Auf der Siegriedkarte von 1930 ist ein Bächlein mit einer bemerkenswerten Geschichte eingezeichnet. Das Bächlein beginnt seinen Lauf im Adlimoos, unterquert bei Pt. 412 (gleicherorts wie der heutige Rickenbach) die Rickenbacherstrasse und fliesst dann nicht natürlicherweise in den Fabrikkanal, sondern wird Richtung Norden entlang der 400 m-Höhenkurfe Richtung Tüepelmatten /Halten/Fabrik Haas geleitet, um im offenen Gelände plötzlich in einem rechten Winkel nach links Richtung Fabrikkanal zu fliessen.

Feststellungen:

  • auf der Siegfriedkarte von 1880 ist das Bächlein nicht eingezeichnet
  • auf der sonst sehr genauen und detailreichen Wildkarte von 1850 ist das Bächlein ebenfalls nicht eingezeichnet
  • auf der Siegfriekarte von 1930 ist das Bächlein in der anfangs des Artikels beschrieben Weise eingezeichnet
  • auf der Alten Landeskarte 1956-1964 ist das Bächlein teilweise eingezeichnet.
  • in den Meliorations/Drainagekarte von 1978 ist ein Gewässer nicht ersichtlich
  • Die Linienführung des Bächlis dient eindeutig dazu, Wasser Richtung Seidenweberei zu führen. 1930 war der Fabrikkanal aber schon lange in der heutigen Form gebaut und mit dessen Wasser wurde eine Turbine angetrieben. Das Bächlein hätte nicht mehr viel dazu beigetragen.

Wasser für den Fischteich?

Gespräch von Peter Eichhorn, Ottenbach, mit Ernst Hegetschweiler, geb.1925, Landwirt im Ölberg, am 14. Mai 2018

Ernst Hegetschweiler kann sich an den kleinen Wassergraben gut erinnern, führte er doch entlang seiner Grundstücksgrenze. Nach seiner Erinnerung wurde der Bach grösstenteils durch den Überlauf der Tüepelquelle (1) und kleineren Drainagen gespeist. Der Lauf des Bächleins führte zum Fischteich von Otto Hürlimann, Fabrikdirektor der damaligen Weberei Bodmer und Hürlimann. 1932 übernahm die A.F. Haas&Co. AG die durch die Weltwirtschaftskriese angeschlagene Weberei. Otto Hürlimann wurde in den Ruhestand versetzt. Wie sich Ernst Hegetschweiler erinnerte, wurde das Bächlein danach nach und nach stillschweigend stillgelegt oder in den Fabrikkanal abgeleitet. Das Bächlein verschwand mit der Zeit ohne, ausser in den Karten, Spuren zu hinterlassen. Für mehr Fakten müssten Recherchen im Staatsarchiv Zürich, nach Wasserrechstgesuchen- und Urkunden betrieben werden.

(1) Bis 1953 bestand eine "Wasserversorgungsgenossenschaft Rickenbach-Lanzen", welche das Wasser aus der Tüepelquelle unterhalb der Liegenschaft "Im Lanzen" bezog.



Die Wasserqualität der Ottenbacher Gewässer

Mit Ausnahme des Lindenbachs/Mülibach, sind alle Ottenbacher Gewässer sehr kleine Bächlein, in heissen Sommern neigen sie dazu, teilweise auszutrocknen. Schon mehrmals mussten die Fische durch Abfischen vor dem Tod gerettet werden. Auch Verschmutzungen verschiedener Art haben schon zu Fischsterben geführt. Aber auch wenn kein Wässerlein getrübt ist, können die Lebewesen darin durch Sauerstoffmangel oder chemische Substanzen gefährdet sein. Dies kann durch chemische Analysen getestet werde. Für den interessierten Laien bieten sich dazu zwei einfachere Möglichkeiten an:

Der Bachflohkrebs

Ein natürlicher Anzeiger für die Wasserqualiät ist der Bachflohkrebs (Gammarus pulex) Diese Art wird bis zu 14 mm (Weibchen) bzw. 21 mm lang (Männchen). Sie haben einen meist bräunlichen Panzer. Der Bachflohkrebs ernährt sich überwiegend von Falllaub, aber auch jeder Art organischer Nahrungspartikel, die aus dem Wasser gefiltert werden. In einem unbelasteten Bächlein sollte er in grösserer Anzahl vorhanden sein.

Test:

Mit einen beherzten Griff in eine schlammige Ansammlung von Sand und Blättern greifen und auf der offenen Hand das Wasser ablaufen lassen, nun zeigen sich die seitwärt ruckkartig bewegenden Tierchen.

Der Bachflohkrebs ist das Tier des Jahres 2021 03.01.2021

Pro Natura hat den Bachflohkrebs (Gammarus fossarum) zum Botschafter für saubere, natürliche Bäche erkoren und ruft damit zu einem besseren Schutz der Fliessgewässer der Schweiz auf. Die Wahl des Bachflohkrebses ist zudem eine Hommage an die unscheinbaren Kleintiere, die ein Ökosystem überhaupt erst in Bewegung bringen.

Mit dem diesjährigen Pro Natura Tier des Jahres lässt sich einfach Bekanntschaft machen: Wer in einem sauberen Bach ein angeschwemmtes Blatt oder einen Stein wendet, entdeckt fast sicher eines oder mehrere Exemplare des Bachflohkrebses. In seitlicher Körperlage rudern die kaum fingernagelgrossen Krebstierchen eilig davon, um sich wieder zu verstecken.

Die Köcherfliege

Eine weitere Art ist die die Köcherfliegen (Trichoptera) Für den Wassertest ist das Stadium der Larven mit ihrem Köcher geeignet.Namensgebend sind die Wohnröhren der Larven, die als Köcher bezeichnet werden. Diese werden aus einem Sekret gebaut, das die Larven aus den Labialdrüsen am Kopf abgeben und mit dem sie ein Gespinst bilden; es entspricht der Kokon-Seide der Schmetterlingsraupen. Die meisten Köcher bestehen aus Substratelementen wie Steinchen oder Schilfstückchen, die mit Hilfe des Spinnsekrets zu einer Röhre verklebt werden.

Test

Die Larve mit ihrem Köcher positioniert sich im fliessenden Wasser zwischen den Steinen am Boden des Bächleins und ist schwer zu finden, sie ist gut getarnt. Sie ernährt sich pflanzlich. Es braucht ein gutes Auge und Geduld, um die Köcherfliege zu entdecken.

In jedem Bächlein mit unbelastetem Wasser sind Köcherfliegen vorhanden.

Bachflohkrebse und Köcherfliegen gibt es weltweit einige tausend Arten.

Meliorationen, Entwässerungen, Drainagen

Melioration:

Massnahme zur Urbarmachung ungenutzten Bodens und zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit. Dazu gehören sowohl Be- oder Entwässerungen, Güterzusammenlegungen, Einebnung usw.

Die wichtigste Funktion der Entwässerung ist es, ein optimales Gleichgewicht zwischen Wasser und Luft im Boden für die pflanzliche Produktion zu gewährleisten. Denn ein Wasserüberschuss im Boden ist einer der gewichtigsten Faktoren, welche die landwirtschaftliche Produktion beschränken. Dann bringt eine Entwässerung auch den Vorteil, dass die Maschinen einfacher in die Felder fahren können. Weiter wird durch die Entwässerung das Rückhaltevermögen verbessert und damit Überschwemmungen und Erosionsprobleme vermindert.

Heute werden keine Meliorationen mehr im grossen Stil durchgeführt. Riede und Moore sind seit der Rothenturm-Intiative stark geschützt. Die Meliorationen brachten wohl mehr Ackerfläche, es verschwanden aber viele Lebensräume für Fauna und Flora. Wo ganze Moorflächen entwässert wurden, senkte sich in den letzten 50 Jahren der Boden ab, wie z.B. in der Huser Allmend (Hausen a.A.) so dass die Drainagen nur noch knapp 50 cm unter der Oberfläche verlaufen. Das gibt Probleme und Einschränkungen beim Bewirtschaften.



Literatur/Quellen:

DSCN5085 stampfenbach grenzstreit.jpg

Paul Schneebeli (Böni Paul) 1928 - 2005

Grenzstreit am Stampfenbach 1660-1700

4 Seiten Umschlag, farbig, 140 Seiten Inhalt S/W, 2 Seiten Situationspläne farbig, Orts- und Flurbezeichnungen, Personenregister, broschiert 2004 Eigenverlag.

Der „Grenzstreit am Stampfenbach 1660- 1700“ ist das letzte Werk des 2005 verstorbenen Lokalhistorikers Paul Schneebeli. Exakt den Quellen folgend schildert er die jahrzehntelange Auseinandersetzung zwischen Ottenbach und Jonen : „Der in dieser Quelle geschilderte Zehntenkonflikt ist weder einzigartig noch spektakulär. Er gewährt jedoch Einblick in das Gebiet der Luegeten, Rüti und Hinterholz.“

Zum Nachruf von > Schneebeli Paul 1928 - 2005


Bernhard Schneider

Ottenbachs Bevölkerung im Wandel der Zeit

ab Seite 152 "Die Reuss als Energiespender"

Bezugsort: Gemeindekanzlei Ottenbach


Orts-und Flurnamen im Konaueramt Teil 3

Neujahrblatt der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirkes Affoltern 1996


Meiholz

Erklärung zur Schreibweise des Strassennamens M e iholz e statt a: Im Gebiet "Bon" steht ein kleines Wäldchen, auf der Wild- Karten ist es mit "Eiholz" bezeichnet, die alte Schreibweise für "Hölzchen mit Eichen", nach 2-3 Generationen wurde daraus das "Meihölzchen". In diesem Hölzchen mit sandigem Untergrund hausen seit Menschengedenken Füchse, desshalb war auch die Bezeichnung "Fuchseloch" gebräuchlich.

Die Nachbargemeinde Jonen AG, schreibt die genau gleiche Strasse ennet der Kantonsgrenze mit Maiholz an.


Bäche in Ottenbach. Recherchen und Zusammenstellung: Peter Eichhorn, Ottenbach ZH. Korrekturen, Verbesserungsvorschläge und Anregungen zu dieser Seite an: peter.eichhorn@gmx.ch


Die Gemeinde Ottenbach verbindet eine lange Geschichte mit der Reuss. Weiterlesen bei >Ottenbach - Dorf an der Reuss


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